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Zugang zu Gerechtigkeit

Guten Morgen!
Die Wälder erholen sich langsam und es gibt zumindest einige Länder, die den Ausstieg aus fossiler Energie ernst nehmen wollen. Das und mehr gibt es heute für dich in dieser guten Woche.

Wiederverwendbare Hygieneartikel wie Menstruationstassen und Perioden-Slips werden für junge Französinnen gratis. Mädchen und Frauen unter 26 bekommen künftig die Kosten von der Sozialversicherung zurückerstattet. Bei besonders Bedürftigen entfällt diese Altersgrenze. “Keine Frau und kein Mädchen sollte auf ihre Intimhygiene verzichten müssen: Es ist eine Frage von Gesundheit und Würde”, sagt die französische Gleichstellungsministerin Aurore Bergé.
Es geht dabei ausdrücklich nicht um Wegwerfprodukte wie Tampons. Das ist ein nachhaltiger Ansatz. Er setzt allerdings voraus, dass die Mädchen und Frauen die Möglichkeit haben, die Artikel zu reinigen. Bei wohnungslosen Menschen ist das nicht immer gegeben. Auch offen ist, ob auch trans Personen und nichtbinäre Menschen die Produkte erhalten. Es ist ein wichtiger Schritt gegen Periodenarmut. In den Details wird sich zeigen, ob er für alle gut ist.

Die spanische Regierung unter Pedro Sánchez hat diese Woche ein Dekret auf den Weg gebracht, das rund 500.000 Migrant:innen im Land einen legalen Aufenthaltstitel garantieren soll. Möglich werden soll das für Menschen, die ihren Asylantrag vor dem 31. Dezember 2025 gestellt haben, bereits fünf Jahre im Land leben und keine Vorstrafen vorweisen. Sie erhalten vorerst eine einjährige Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis. Für die Regierung ist es ein Schritt der “Normalisierung”, da viele der Betroffenen bereits im Land arbeiten würden und ihren Teil beitragen.
Einerseits gehe es dabei um Gerechtigkeit, andererseits um Pragmatismus: Durch die Legalisierung könne man die Menschen besser integrieren und ihr Potenzial stärker nutzen, so Sánchez. Spaniens Vorgehen steht im krassen Gegensatz zum Umgang mit Migration in den meisten anderen Ländern, die immer strenger dagegen vorgehen - so auch Österreich.

Die Rodung von Regenwäldern ist ein großes Problem für Ökosysteme und heizt die Klimakrise an. Mittlerweile gibt es viele Projekte, die sich um eine Renaturierung von Regenwäldern bemühen. Dabei sind Forscher:innen nun auf gute Nachrichten gestoßen: Die Wälder erholen sich wesentlich schneller von Rodungen als bisher vermutet wurde. Eine deutsche Forschungsgruppe hat sich Regenwaldflächen in Ecuador genauer angesehen, die schon seit längerer Zeit geschützt werden. Innerhalb von 30 Jahren habe sich die Artenvielfalt auf 90 Prozent des ursprünglichen Levels erholt.
Einzige Einschränkung: In der Umgebung müssen sich bereits Regenwälder befinden, damit sich Tiere und Vegetation wieder ausbreiten können. Es zeigt, dass Regenwälder resilienter sind als wir dachten und dass sich die Mühe lohnt, sie zu renaturieren.
Frankreich hat genug von fossilen Brennstoffen. “Solange wir von Öl und Gas abhängig sind, werden wir die Kriege anderer Menschen bezahlen”, sagt der französische Premierminister Sébastien Lecornu. Die Regierung hat deswegen einen Plan zur Neuausrichtung bei Energiefragen beschlossen. Bis 2030 wird das Land 10 Milliarden Euro zur Elektrifizierung investieren, vieles davon wird in nachhaltige Energieerzeugung fließen. Gasthermen in Neubauten werden verboten, dafür sollen bis 2030 eine Million Wärmepumpen neu installiert werden. E-Autos werden stärker gefördert, speziell bei niedrigen und mittleren Einkommen, die stark auf Autos angewiesen sind.
Frankreich bezieht immer noch 60 Prozent seines Stroms aus fossilen Brennstoffen. Zum Vergleich: Österreich erzeugt 78 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Quellen, 2030 sollen es 100 Prozent sein.
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