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Wo uns Deutschland abhängt
Was Deutschland kann, sollten wir in Österreich doch auch schaffen. Zumindest in dem heutigen Bereich würden wir uns darüber freuen.

Guten Morgen!
Was Deutschland kann, sollten wir in Österreich doch auch schaffen. Zumindest bei einer Entwicklung würden wir uns besonders darüber freuen. Weitere Gute Nachrichten aus der ganzen Welt gibt es in der neuen Guten Woche.

Für Menschen mit Behinderung soll es künftig Lohn statt Taschengeld geben. Bisher bekamen sie für ihre Arbeit in Werkstätten ein „Taschengeld“ in der Höhe von 35 bis 100 Euro monatlich. Zukünftig sollen sie einen angemessenen Lohn bekommen.
Der Österreichische Behindertenrat begrüßt diesen Schritt. Vizepräsident Martin Ladstätter betont aber, dass der Prozess zur Inklusion damit noch lange nicht abgeschlossen ist. „Das Ziel kann nicht sein, dass den Menschen mit Behinderungen in den Werkstätten einfach Lohn statt Taschengeld gegeben wird. Inklusion bedeutet: Menschen mit Behinderungen sind tätig, wo Menschen ohne Behinderungen auch tätig sind“, sagt Ladstätter.

Die EU konnte sich doch noch auf ein Lieferkettengesetz einigen. Das scheiterte vor Kurzem noch am Widerstand einiger Länder. Jetzt wurde ein neuer Kompromiss vorgelegt, mit dem das Gesetz eine Mehrheit fand. Deutschland und Österreich stimmten weiterhin nicht dafür.
Die nicht so gute Nachricht: Der Kompromiss fällt schlechter aus, als die ursprüngliche Version. Und bereits bei dieser waren viele Richtlinien nur sehr schwammig formuliert. Lobbyverbände haben das Gesetz verwässert, um Interessen der Wirtschaft zu schützen. Doch auch wenn die Kompromisse schmerzhaft sind, sehen viele NGOs darin einen ersten wichtigen Schritt.

Wir müssen unseren Ausstoß von Treibhausgasen eindämmen. Neben CO₂ spielt dabei auch Methan eine wichtige Rolle. Es macht zwar nur einen kleinen Teil der Emission aus, ist aber 25-mal so schlimm wie CO₂. Ein Großteil des Gases entweicht aus Pipelines oder kommt aus der Landwirtschaft. Bisher war das oft unsichtbar, jetzt soll sich das ändern. Der Satellit MethaneSat wurde Anfang März in die Erdumlaufbahn gebracht. Er kann Methan-Quellen identifizieren - auch kleinere und bis jetzt unbemerkte. Unternehmen sollen für Verschmutzung so besser in die Verantwortung genommen werden können - und eine rasche Verringerung der Emissionen möglich werden. 2021 haben rund 150 Länder die globale Methan-Verpflichtung unterzeichnet. Das Ziel: Die Methanemissionen bis 2030 um mindestens 30 Prozent senken.
Das mit den Treibhausgasen hat unser Nachbar Deutschland etwas besser drauf als wir. Diese Woche wurde bekannt, dass 2023 der niedrigste Wert bei den Emissionen seit 1990 erreicht wurde. Das legt ein Bericht des Umweltbundesamtes (UBA) offen. Er gibt auch Aufschluss darüber, wie es bis 2030 weitergeht. Und es sieht nicht schlecht aus. Die Vorgabe, um das Klimaziel einzuhalten: Bis zum Ende des Jahrzehnts soll der Ausstoß von Treibhausgasen um mindestens 65 Prozent im Vergleich zu 1990 sinken. Laut UBA liegt der erwartete Rückgang der Emissionen derzeit bei knapp 64 Prozent. Deutschland erreicht sein Klimaziel für 2030 somit voraussichtlich.

Korallenriffe bieten Lebensraum für mehr als eine Million Tier- und Pflanzenarten und einem Viertel der weltweiten Fischpopulation. Auch für Menschen spielen sie eine große Rolle: Als Nahrungsquelle und für den Küstenschutz. Sie sind leider stark gefährdet. Die Arbeit eines internationalen Forschungsteams gibt aber Grund zur Hoffnung. Das Team hat in Indonesien beschädigte Korallenriffe wieder aufgebaut. Dazu wurden Fragmente von Korallen mit Trägermaterial auf noch bestehende Korallen transplantiert. Mit Sand beschichtete Stahlkonstruktionen halfen zusätzlich, die Riffe zu stabilisieren. 4 Jahre später sind die Ergebnisse erfreulich. Die wiederaufgebauten Korallenriffe wachsen von alleine weiter und sind mittlerweile nicht mehr von gesunden, „natürlichen“ Korallenriffen unterscheidbar. Die Restaurierung macht die Riffe zwar widerstandsfähiger. Ohne Maßnahmen gegen die Klimakrise bleiben die „Regenwälder der Meere“ aber weiterhin gefährdet.

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