Weniger Kohle, mehr Fahrräder!

Ein verpixeltes Bild von zwei Frauen, die sich freuen und die Hände nach oben reißen

Guten Morgen!

Deutschlands Kohleverbrauch hat sich halbiert, die Fahrradwege in Paris sollen sich dafür verdoppeln. Diese und andere gute Nachrichten findest du wie jeden Samstag hier in der Guten Woche.

Ein verpixeltes Bild von zwei Frauen mit Schutzhelmen
  • In Brasilien wird die Sechstagewoche abgeschafft. In Zukunft sollen Menschen nur mehr maximal 40 Stunden die Woche statt wie bisher 44 arbeiten müssen, zusätzlich soll es 2 Ruhetage pro Woche geben. Die Verfassungsänderung wurde mit einer großen Mehrheit im Senat beschlossen, es gab nur eine Gegenstimme. Brasiliens linksgerichteter Präsident da Silva erhofft sich damit auch einen Vorteil gegen seinen rechten Widersacher Bolsanaro bei den Wahlen, die nächste Woche stattfinden.

Ein verpixeltes Bild von mehreren Menschen, die uns den Rücken zugewandt haben und die Arme heben
  • Ungarn hat endlich sein problematisches Anti-LGBTQ Gesetz geändert. Das unter Orbán 2021 beschlossene und eingeführte Gesetz hat verboten, dass Jugendliche unter 18 Jahren mit Inhalten zu etwa Homosexualität in Berührung kommen konnten, etwa in Filmen oder Büchern. Angeblich, um die Jugendlichen zu schützen. Das ungarische Parlament hat diese Woche nun für die Änderung und Streichung der entsprechenden Passagen im Gesetz gestimmt.

  • Ein Erfolg für unabhängige Medien: Google soll französischen Verlagen künftig 80 Millionen Euro pro Jahr für die Nutzung ihrer Inhalte zahlen. Das hat ein Schiedsgericht entschieden. Die Entscheidung ist zwar noch nicht rechtskräftig, könnte aber auch für andere europäische Länder wichtig werden. In Deutschland schätzt die Verwertungsgesellschaft Corint Media, dass Google nach diesem Modell mindestens 450 Millionen Euro jährlich zahlen müsste, statt der bisher geschätzten 15 bis 25 Millionen Euro. Auch in Österreich haben sich Medienunternehmen zusammengeschlossen, um gemeinsam eine angemessene Bezahlung von Google und anderen großen Plattformen durchzusetzen.

Verpixeltes Foto von drei Windrädern
  • Paris baut seine Fahrradwege weiter massiv aus. Bürgermeister Emmanuel Grégoire von der Parti Socialiste hat angekündigt, in den nächsten Jahren hunderte Kilometer an Fahrradwegen neu zu bauen und auszubauen. Bis 2032 sollen dafür 200 Millionen Euro investiert werden. Auch Kreuzungen sollen mit dem Geld umgebaut werden, um für Fahrradfahrer:innen sicherer zu werden.

    Diese Investitionen setzen einen Trend fort. Paris treibt seit Jahren die Verkehrswende konsequent voran. Die Zahl der Menschen, die in Paris mit dem Fahrrad unterwegs sind, ist damit auch stetig gestiegen.

  • Deutschland kommt beim Kohleausstieg schneller voran als geplant. Bereits das dritte Jahr in Folge musste die Bundesnetzagentur keine Kohlekraftwerke stilllegen, um die gesetzlichen Ziele zu erreichen, weil die Betreiber selbst schon genügend Anlagen abgeschaltet hatten. Der Kohleverbrauch hat sich seit 2015 mehr als halbiert: Damals wurden noch über 112 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten verbraucht, 2025 waren es etwa 50 Millionen.

    Ein wichtiger Grund dafür ist der Ausbau erneuerbarer Energien, die einen immer größeren Teil des Strombedarfs decken. Auch Strom aus Gas oder Importen ist häufig günstiger als Kohlestrom. Die Entwicklung zeigt, dass der Ausstieg aus fossilen Energien vorankommt und erneuerbare Energien zunehmend Kohle ersetzen.

Verpixeltes Foto von einer Person in einem Labor, die in ein Mikroskop blickt
  • In Brasilien helfen Tourist:innen dabei, bedrohte Korallenriffe wiederaufzubauen. In der Urlaubsregion Porto de Galinhas im Nordosten des Landes sind nach einer extremen Hitzewelle große Teile der Korallen abgestorben. Ein Naturschutzprojekt sammelt deshalb Korallenfragmente, zieht sie in einer Unterwasser-Aufzuchtstation groß und pflanzt sie später wieder ins Riff ein. Das Besondere: Urlauber:innen können auch Korallen einsetzen und ihre Entwicklung über mehrere Jahre verfolgen. Mit ihren Beiträgen finanzieren sie gleichzeitig die Arbeit der Biolog:innen. Angesichts der weltweiten Bedrohung von Korallenriffen könnte das Projekt auch für andere Urlaubsregionen ein Vorbild sein.

verpixeltes Bild einer Gruppe Menschen, die alle in die Kamera blicken

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