- Die Gute Woche
- Posts
- Viva la Vulva
Viva la Vulva

f
Guten Morgen!
Weg mit der Scham, her mit mehr Wohnraum, Solarstrom und Schutz vor der Grippe. Die guten Nachrichten der Woche flattern heute wieder mit der Guten Woche in dein Postfach.

Ab dem 11. August 2026 verbietet Frankreich grundsätzlich unerwünschte Werbeanrufe. Unternehmen dürfen Menschen dann nur noch anrufen, wenn diese vorher ausdrücklich zugestimmt haben. Bisher mussten sich Verbraucher:innen selbst in eine Sperrliste eintragen, wenn sie keine Werbeanrufe bekommen wollten. Die Regierung reagiert damit auf viele Beschwerden: Rund drei Viertel der Menschen in Frankreich erhalten mindestens einmal pro Woche einen unerwünschten Verkaufsanruf. Bei Verstößen können Unternehmen mit bis zu 375.000 Euro pro unerlaubtem Anruf bestraft werden. Ausnahmen gibt es zum Beispiel, wenn bereits ein Vertrag mit einem Unternehmen besteht oder eine Person ausdrücklich Werbeanrufen zugestimmt hat.
Die niederländische Wörterbuchredaktion Van Dale nimmt das Wort „vulvalippen“ in ihr bekanntes Wörterbuch auf. Bisher wird im Niederländischen vor allem „schaamlippen“ verwendet. Aktivistinnen kritisieren diesen Begriff, weil das Wort „Scham“ vermittelt, dass man sich für diesen Körperteil schämen müsse. Deshalb setzen sich die Gruppen Dolle Mina und Schaamteloos schon seit Jahren für einen neutraleren Begriff ein.
Sie hoffen, dass dadurch offener über den weiblichen Körper und Sexualität gesprochen werden kann. Besonders bei Kindern und Jugendlichen soll eine sachliche Sprache helfen, Scham und Tabus abzubauen. Der bisherige Begriff bleibt trotzdem im Wörterbuch erhalten, „Vulvalippen“ kommt lediglich als zusätzliche Bezeichnung dazu. In der Online-Ausgabe von Van Dale soll das neue Wort voraussichtlich im Herbst 2026 erscheinen.

An seinem ersten Tag im Amt hat der Bürgermeister von New York, Zohran Mamdani, die Initiative „Land Inventory Fast Track“ (LIFT) unterzeichnet, um leistbaren Wohnraum zu schaffen. Bei LIFT arbeiten Behörden zusammen, um städtische Grundstücke für den Wohnbau zu finden. Auf mehr als 100 städtischen Grundstücken entstehen nun 50.000 neue, leistbare Wohnungen in New York. Neben LIFT gibt es den “Block by Block”-Plan, der in den kommenden zehn Jahren zusätzlich 200.000 leistbare Wohnungen schaffen soll.
Mamdani hat sein Amt auch mit dem Versprechen gewonnen, das Leben für die Menschen in der Stadt wieder leistbarer zu machen. Und hat in den ersten sieben Monaten seiner Amtszeit bereits einiges umgesetzt: Er ist dabei, eine Steuer für Überreiche einzuführen, die Luxusimmobilien im Wert von über 5 Millionen Dollar besitzen und diese nur als Nebenwohnsitz nutzen. Ab Herbst sollen die ersten zweitausend Kinder im Alter von zwei Jahren gratis betreut werden. Mamdani verspricht bis zum Ende seiner Amtszeit gratis Kinderbetreuung für alle Zweijährigen.

Die Solarenergie hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: 2025 wurde weltweit so viel neuer Solarstrom erzeugt wie noch nie zuvor. Insgesamt kamen rund 636 Terawattstunden dazu. Das ist circa ein Drittel mehr als im bisherigen Rekordjahr 2024. Besonders stark war der Ausbau in China, das allein mehr neue Solarenergie erzeugte als der gesamte Rest der Welt zusammen. Solarenergie konnte dadurch einen großen Teil des weltweit steigenden Strombedarfs abdecken.
Gleichzeitig ging die Stromproduktion aus fossilen Energieträgern weltweit zurück, obwohl insgesamt mehr Strom gebraucht wurde. Das ist bemerkenswert, weil Fossile bisher meist nur in wirtschaftlichen Krisen zurückgingen. Das zeigt, dass erneuerbare Energien inzwischen schnell genug wachsen können, um Kohle und Gas tatsächlich zurückzudrängen und langfristig zu ersetzen. Solarenergie entwickelt sich damit immer stärker zu einem der wichtigsten Motoren der weltweiten Energiewende.

Die USA haben erstmals einen Grippeimpfstoff auf Basis der mRNA-Technologie zugelassen. Der Impfstoff heißt mFlusiva, wird von Moderna hergestellt und ist für Menschen ab 50 Jahren gedacht. In einer großen Studie mit rund 40.000 Menschen gab es mit dem neuen Impfstoff etwa 27 Prozent weniger Grippefälle als mit einem herkömmlichen Impfstoff. Ein Vorteil der mRNA-Technologie ist, dass Impfstoffe schneller hergestellt und an neue Virusvarianten angepasst werden können. Das könnte besonders bei Grippe wichtig sein, weil sich die Viren ständig verändern.
Für Menschen zwischen 50 und 64 Jahren wurde der Impfstoff regulär zugelassen. Für Menschen ab 65 Jahren gilt eine beschleunigte Zulassung, weshalb Moderna noch weitere Daten liefern muss. Die Zulassung gilt als wichtiger Schritt für den Einsatz von mRNA-Technologie auch bei anderen Krankheiten.

Folgende Top-Stories hast du diese Woche nur auf MOMENT.at gelesen.
Schönes Wochenende!
Das MOMENT.at-Team
Unterstütze MOMENT.at
MOMENT.at arbeitet unabhängig von Parteien, Banken und Konzernen. Damit das möglich ist, brauchen wir die Hilfe möglichst vieler Menschen. Alle Möglichkeiten, uns zu unterstützen, findest du hier. Jeder Euro macht einen Unterschied. Danke!