Verbote sind billig und gut

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Guten Morgen!

Verbote sind nicht schlecht und die Gen Z nicht faul. Wir räumen mit Klischees auf in dieser Guten Woche.

  • Wir können ein Klischee endlich abhaken: Nein, die Gen Z ist nicht faul - zumindest besagt das eine Studie aus Deutschland. Dort ist die Erwerbstätigkeit der 20- bis 24-Jährigen so hoch wie seit Jahrzehnten nicht. Seit 2015 ist sie um mehr als sechs Prozentpunkte gestiegen und liegt nun bei rund 76 Prozent.

    Das Vorurteil, dass die junge Generation nicht arbeiten will, ist damit überholt. Sie arbeiten viel – haben aber klare Ansprüche an ihre Arbeitgeber:innen. Sie fordern faire Bezahlung, eine gesunde Work-Life-Balance und flexible Arbeitsbedingungen. Und das sollte Standard sein.

  • Kurz vor der Wahl hat der Deutsche Bundestag noch ein Gesetz beschlossen, das von Gewalt betroffenen Frauen mehr Unterstützung zukommen lässt. Das “Gewalthilfegesetz” sieht vor, dass Frauen einen Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung für sich und ihre Kinder erhalten, wenn sie von Gewalt betroffen sind. Ab 2032 wird dieser Anspruch einklagbar sein. Ab 2027 müssen die Bundesländer zudem ihr Hilfsangebot erweitern. Es soll nicht von der geografischen Lage der gewaltbetroffenen Frauen abhängen, ob sie auch Hilfe erhalten. Dazu müssen die Länder mehr Frauenhäuser, Beratungsangebote und Schutzwohnungen zur Verfügung stellen. Ursprünglich hätten auch Männer sowie trans, inter und nicht-binäre Personen von diesem Angebot profitieren sollen - das haben CDU/CSU jedoch abgelehnt.

Klima-Hoffnung
  • Wie schädlich die immerwährenden Chemikalien PFAS sind, entdeckt die Forschung in den vergangenen Jahren nach und nach. Der Kampf dagegen ist nicht so einfach, sind sie doch seit Jahrzehnten in vielen Alltagsgegenständen enthalten. Das französische Parlament hat jetzt eines der ambitioniertesten Gesetze gegen die Verwendung der Stoffe beschlossen.
    Ab 2026 sollen in Frankreich keine Produkte mit PFAS mehr hergestellt oder importiert werden, für die es eine Alternative gibt. Dazu zählen etwa Kleidung oder Kosmetika. Für Antihaftbeschichtung bei Pfannen gilt das Gesetz jedoch nicht - dagegen hat der Pfannen-Hersteller Tefal erfolgreich lobbyiert.

  • Die Politik soll sich ruhig mehr trauen - sagt der Fiskalrat. Er hat sich angesehen, was Verbote so bringen. Und ist zu dem Schluss gekommen: Sie sind billig und effektiv. Aber leider unpopulär. Österreich setzt bislang auf teure Maßnahmen, die weniger Emissionen sparen als Verbote. Seit 2019 umgesetzte Klimaschutzmaßnahmen kosten jährlich 4,9 Mrd. €, sagt der Fiskalrat. Als Beispiel nennt er die Förderung für den Heizkesseltausch: Statt einem Verbot gibt es Förderungen für alle. Durch den Heizungstausch spart man allerdings so viel Energie, dass die Kosten über die Lebensdauer der neuen Heizkessel mehr als ausgeglichen werden. Es gibt also bereits einen finanziellen Anreiz.
    Dennoch sollten Klimaschutzmaßnahmen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wollen wir die Klimaziele erreichen, müssen wir alle möglichen Maßnahmen umsetzen. Und: Kein Klimaschutz ist immer teurer als Klimaschutz.

Und sonst so
  • Wir haben noch eine gute Nachricht in eigener Sache: Du musst den Wahlabend nicht alleine verbringen. Komm zu unserem Live-Stream zur deutschen Bundestagswahl 2025!

    Wann? 23. Februar ab 17:30 Uhr

    Wo? Live auf YouTube und Twitch aus Österreich

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