- Die Gute Woche
- Posts
- Schließt die Lücke zu Island
Schließt die Lücke zu Island
Wie man Gerechtigkeit herstellt und die Natur erhält.


Guten Morgen!
Wie man Gerechtigkeit herstellt und die Natur erhält. Die Gute Woche lässt dich den Blick auf die positiven Nachrichten unserer Welt auch an diesem Samstag nicht verlieren. Schick sie doch an Freund:innen weiter, die eine Portion hoffnungsvollen Realismus brauchen können.

Der Global Gender Gap Report 2026 des Weltwirtschaftsforums ist da. Er zeigt, wo auf der Welt die Gleichstellung der Geschlechter wie gut oder schlecht funktioniert. Österreich liegt nur auf Rang 40 von 145 untersuchten Ländern. Die Lücke schließt sich hier langsam - sie ist “zu 75% geschlossen”. Während sie in den Bereichen Bildung und Gesundheit fast geschlossen ist, ist die wirtschaftliche und politische Teilhabe von Männern und Frauen noch immer extrem ungleich verteilt - vor allem die Einkommen. Der Bericht zeigt vor allem auch, dass der Zustand in einzelnen Ländern sich in vielen Kategorien deutlich unterscheidet, weil er eben nicht naturgegeben, sondern menschengemacht ist. Es lohnt sich also, etwas von den besten Ländern abzuschauen. Island ist die Top-Nation. Dort besteht die Lücke zwar auch noch immer, aber ist “zu 93% geschlossen”. Finnland (87%), Norwegen (86%), Namibia (85%) und Großbritannien (84%) folgen. Neuseeland, Schweden, Australien, Deutschland und Irland komplettieren die Top 10.
Protest wirkt: Die 87-jährige Maricarmen hatte ihre Wohnung in Madrid verlassen müssen, nachdem eine Immobilienfirma das Gebäude gekauft und die Miete von rund 500 Euro auf über 2.500 Euro erhöht hat. 70 Jahre lang lebte sie zuvor in derselben Wohnung. Maricarmens Fall zeigt ein größeres, strukturelles Problem: Ein Grundbedürfnis wie Wohnen kann nicht völlig dem freien Markt und profitorientierten Unternehmer:innen überlassen werden. Es braucht Mieterschutz, klare Regeln und ausreichend sozialen Wohnraum.
Dafür gingen Tausende auf die Straßen. Mit Erfolg: Maricarmen darf zurück in ihre Wohnung. Das ist jedoch nur ein Trostpflaster für andere Mieter:innen in Spanien. Die Bevölkerung fordert deswegen weiter leistbare Mieten, ein Verbot befristeter Mietverträge und Maßnahmen gegen Zwangsräumungen.
Die Regierung um Ministerpräsident Pedro Sanchez arbeite “mit Hochdruck” an einem Maßnahmenpaket. Bislang fehlt allerdings eine Mehrheit im Parlament, um das zu beschließen.

Über 600.000 Menschen kommen täglich nach Wien - drei Viertel davon mit dem Auto. Dabei hat Wien eines der besten Öffi-Netze der Welt, mit dem man oft schneller vorankommt als mit dem PKW. Nicht selten bilden Autofahrer:innen schon bei der Einfahrt in die Stadt einen Stau. Und auch in Wien verursachen sie mehr Stau, Platznot, Lärmbelästigung, Unfallgefahr und Schadstoffe. Entlang der Autobahn A22 am Knoten Stockerau startet nun ein ziemlich einfaches Pilotprojekt für Pendler:innen. Eine Anzeigetafel gibt an, wie lange man ins Zentrum von Wien jeweils mit dem Auto oder mit den Öffis brauchen würde, wenn man einfach zur nächsten Park & Ride-Anlage abbiegt. Auf der Tafel sieht man auch die nächste Abfahrtszeit eines der 60 täglichen Züge von Stockerau nach Wien und wie viele freie Stellplätze es in der Parkgarage noch gibt. Es ist eine kleine Idee, aber vielleicht macht sie ja den Sinn des ein oder anderen Umstiegs deutlich. Falls der Erfolg messbar ist, würde sie auf andere P+R-Anlagen rund um Wien ausgeweitet.
20 Prozent der Landfläche unserer Erde stehen heute unter Naturschutz. Mit den bestehenden politischen Versprechen steigt diese Zahl bis 2030 auf 27 Prozent - eine erfreuliche Entwicklung. Das eigentliche Ziel von 30 Prozent würde damit aber verfehlt (für die 30 Prozent der Weltmeere fehlt noch viel mehr). Das Ziel für die Landfläche ist zwar in Reichweite, bräuchte laut einem neuen Bericht aber noch zusätzliche Anstrengungen. Österreich hat in diesem Bereich die Ziele praktisch bereits ziemlich genau erreicht, auch wenn zahlreiche andere Länder noch bessere Werte erreichen. Die USA und Russland sind die zwei größten Länder, die massiv säumig sind. Wie es in anderen Staaten steht, kann man auch auf dieser Weltkarte nachsehen.

Seit Ende 2024 gibt es in Österreich eine kostenlose passive Immunisierung für Neugeborene gegen das Respiratorische Synztial-Virus (bekannt als RSV). Das verursacht vor allem Atemwegserkrankungen. Seit der Einführung mussten um 1.740 weniger Kinder als davor wegen einer Infektion ins Krankenhaus. Ein typischer RSV-Krankenhausaufenthalt der Kleinen dauert sonst zwischen 10 und 15 Tage. Die Immunisierung erspart den Babys und Eltern also viel und entlastet die Spitäler. Die passive Immunisierung hilft den Kindern kurzfristig mit verabreichten Antikörpern, das Virus abzuwehren. Bei einem Kontakt entwickeln die meisten dann eine natürliche Abwehr gegen dieses Virus. Die Immunisierung wird laut den Krankenhäusern auf Geburtsstationen von den Eltern gut angenommen, bei Kinderärzt:innen sei laut Expert:innen für Kinderheilkunde noch Luft nach oben.
Eigentlich müssen Impfstoffe gekühlt gelagert werden, damit ihre Wirkung bestehen bleibt. Dank Forschenden des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und einem KI-Algorithmus namens “AGENT” wird das in Zukunft wohl nicht mehr nötig sein. Indem Forscher:innen die Lipid-Nanopartikel, die den mRNA-Stoff vor dem Abbau schützen, mit einem Hilfsmittel stabilisierten, konnten sie die Hitzeempfindlichkeit des Impfstoffes senken. Die KI berechnete dabei, welche chemischen Substanzen als Hilfsstoff in Frage kämen und verkürzte dadurch die Forschungszeit des MIT-Teams. Künftig könnten Impfungen bei Raumtemperatur bis zu ein Jahr, bei 37 Grad zumindest bis zu zwei Monate lang gelagert werden. Davon würden vor allem Menschen aus dem globalen Süden profitieren.

Folgende Top-Geschichten hast du diese Woche nur auf MOMENT.at gelesen.
Schönes Wochenende!
Das MOMENT.at-Team
Unterstütze MOMENT.at
MOMENT.at arbeitet unabhängig von Parteien, Banken und Konzernen. Damit das möglich ist, brauchen wir die Hilfe möglichst vieler Menschen. Alle Möglichkeiten, uns zu unterstützen, findest du hier. Jeder Euro macht einen Unterschied. Danke!