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Quoten wirken doch

Guten Morgen!
Wieso Frauenquoten nachweislich wirken, das Ozonloch kleiner wird und was wir von New York über Infrastrukturprojekte lernen können. Das und mehr wie jeden Samstag in der Guten Woche.

Frauenquoten wirken und wir brauchen sie. Das zeigt eine Studie der Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt (FORBA) im Auftrag des Frauenministeriums. Durch die gesetzliche Quote von 30 Prozent bei Aufsichtsräten von börsennotierten Unternehmen hat sich der Anteil von 22,4 Prozent 2018 auf zuletzt 35,5 Prozent erhöht. Ab dem kommenden Jahr müssen mindestens 40 Prozent Frauen in Aufsichtsräten sitzen. Außerdem legt die Studie nahe, dass sich ein höherer Frauenanteil positiv auf die Qualität der Aufsichtsräte auswirkt.
Die Studienautor:innen empfehlen, die Quotenregelung auch auf Vorstandspositionen oder GmbHs auszuweiten. Außerdem plädieren sie für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen, beispielsweise durch eine verpflichtende Väterkarenz. Zusätzlich fordern sie transparente Bestellungsprozesse. Oft laufe die Besetzung nämlich über informelle (Männer-)Netzwerke statt über transparente Verfahren und Qualifikation.

Die EU geht stärker gegen Greenwashing auf Produkten vor. Ab Ende September dürfen Unternehmen nicht mehr einfach mit Begriffen wie „umweltfreundlich“, „grün“ oder „biologisch abbaubar“ werben, wenn sie dafür keine Belege haben. Auch Nachhaltigkeitssiegel werden strenger geregelt und müssen künftig auf einem anerkannten Zertifizierungssystem beruhen oder staatlich festgelegt sein. Das ist durchaus relevant: Laut dem Netzwerk von Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG sind derzeit rund 53 Prozent der Umweltaussagen auf Produkten vage, irreführend oder nicht ausreichend belegt. Auch Versprechen wie „klimaneutral bis 2040“ müssen künftig mit einem konkreten Plan untermauert und von unabhängigen Fachleuten überprüft werden. Unternehmen, die sich nicht an die neuen Regeln halten, müssen mit Abmahnungen, Bußgeldern oder Schadenersatzforderungen rechnen.

Im Jahr 2025 war das Ozonloch über der Antarktis so klein wie zuletzt 1990. Die Weltorganisation für Meteorologie führt das auf das Verbot von schädlichen Stoffen wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) zurück. Diese werden seit dem Montrealer Protokoll von 1987 immer weniger eingesetzt. Am 16. September war internationaler Tag zum Schutz der Ozon-Schicht. WMO-Chefin Celeste Saulo äußerte sich an diesem Tag: „Das ist eine Erfolgsgeschichte im Umweltschutz. Seit dem Jahr 2000 erholt sich die Ozonschicht, und wir können davon ausgehen, dass sie sich innerhalb weniger Jahrzehnte vollständig erholen wird.“
Die Naturstiftung David möchte im Thüringer Wald 75 Moore wieder vernässen. Nasse, funktionierende Moore sind enorme CO2-Speicher. Sie können der Atmosphäre CO2 entziehen, es langfristig binden und der Klimakrise damit entgegenwirken. Wenn Moore hingegen entwässert werden, wie das in der Landwirtschaft beispielsweise häufig vorkommt, lassen sie das gespeicherte CO2 in die Atmosphäre und treiben die Klimakrise weiter an.
Bis sich ein Moor vollständig erholt, dauert es mehrere Jahrzehnte, aber schon nach drei Jahren kann man die ersten positiven Effekte messen.

Öffentliche Großprojekte müssen nicht automatisch teuer und langsam sein. Das zeigt New Yorks Verkehrsbehörde MTA: Sie sanierte einen Teil des Park-Avenue-Viadukts fünf Jahre früher als geplant und 195 Millionen Dollar unter Budget. Dafür setzte die Behörde nicht einfach auf mehr private Firmen, sondern baute auch eigenes staatliches Know-how wieder auf und bündelte Planung und Bau besser. Seit einer großen Reform 2020 sollen so bereits mehr als drei Milliarden Dollar an Projektkosten eingespart worden sein. Das Beispiel zeigt: Ein handlungsfähiger Staat kann große Infrastrukturprojekte effizient umsetzen, wenn er selbst über Wissen, Personal und gute Strukturen verfügt.

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