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Guten Morgen!

Zugang zu sicheren Abtreibungen, Kampf gegen Shrinkflation und Besteuerung von Vermögen: es tut sich was! Auch diese Woche bringt dir unsere Gute Woche erfreuliche Lektüre.

  • Österreich braucht Geld - etwa für Bildung, Gesundheit, Klimaschutz, Soziales oder Pflege. Arbeit wird bereits hoch besteuert. Um das zu ändern, braucht unser Staat Geld aus anderen Quellen. Ausgerechnet große Vermögen sind in Österreich fast unangetastet. In den vergangenen Wochen ist endlich wieder eine breite Diskussion über mehr Vermögenssteuern entbrannt. Und das ist in Österreich schon ein kleiner Erfolg. Grund dafür ist ein Vorschlag der Grünen für eine Erbschaftssteuer.

    Deren Modell fällt extrem vorsichtig aus: Die erste Million Euro von Erbschaften soll gar nicht besteuert werden. Bei einem Eigenheim sind sogar 1,5 Millionen Euro steuerfrei. Für Familienbetriebe und Bauernhöfe gäbe es große Ausnahmen, wie in Deutschland. Reichen-Lobbys schüren trotzdem Panik: Das wäre eine Massensteuer, die die Mitte gefährden würde. Die Fakten zeigen: Das stimmt nicht. Es würde fast ausschließlich die reichsten 2 Prozent der Haushalte treffen. Alle darunter erben im Schnitt nämlich viel, viel weniger als den Freibetrag und wären somit nicht betroffen.

  • Über die vergangenen Jahre haben zahlreiche Hersteller die Füllmenge ihrer Produkte verringert, und das bei gleichbleibendem oder sogar gestiegenem Preis. Diese Art der Täuschung nennt man Shrinkflation, und sie betrifft so gut wie alle Produktkategorien: von Knabbergebäck und Süßigkeiten über Milch- und Fleischprodukte sowie vegane Ersatzprodukte bis hin zu Putzmitteln. Die Bundesregierung hat dieser Praxis nun (vorerst) einen Riegel vorgeschoben und das Gesetz gegen Shrinkflation offiziell beschlossen. Ab April 2026 müssen Supermärkte alle Produkte 60 Tage lang kennzeichnen, deren Füllmenge sinkt, während der Preis es nicht tut. Die Kennzeichnung für Shrinkflation-Produkte kann auf der Verpackung selbst, am Regal, in unmittelbarer Nähe oder mittels Informationsschild erfolgen. Bei wiederholten Verstößen drohen Strafen von bis zu 15.000 Euro. Das “Anti-Mogelpackungsgesetz” ist bis Mitte 2030 befristet.

Mut-Macher:in
  • Diese Woche wurde wieder einmal eine Verfilmung von “Herr der Fliegen” veröffentlicht. Die Moral der fiktiven Geschichte um eine Gruppe von Kindern, die auf einer einsamen Insel strandet: Der Mensch ist im Grunde schlecht, der Lack der Zivilisation sehr dünn. Dabei gibt es eine sehr reale Geschichte, die genau das Gegenteil gezeigt hat. Sechs Jugendliche, die 1965 auf einer einsamen Insel bei Tonga gestrandet sind, haben 15 Monate lang durch Zusammenarbeit überlebt. Sie entwickelten einen Arbeitsplan, hielten sich Hühner, pflegten einen Garten und speicherten Wasser in Baumstämmen. Gab es Konflikte, schlugen sie sich nicht die Schädel ein, sondern fanden eine einfache Lösung: Sie entfernten sich voneinander, bis ihre Wut verraucht war.

    Das negative Menschenbild von “Herr der Fliegen" hat Millionen von Menschen geprägt. Vielleicht sollten wir uns mehr an der Geschichte der sechs Jugendlichen aus Tonga orientieren.

  • Über 1,1 Millionen Menschen haben mit der Bürgerinitiative „My Voice, My Choice“ Druck gemacht – nun hat die EU-Kommission reagiert. Erstmals erkennt sie politisch an, dass EU-Mittel genutzt werden können, um den Zugang zu sicheren Abtreibungen zu unterstützen. Mitgliedstaaten dürfen bestehende Sozialfonds etwa dafür einsetzen, Reisekosten zu übernehmen, wenn Betroffene in ihrem Land keinen Zugang haben. Einen eigenen, neuen EU-Fonds für Abtreibungen wird es allerdings nicht geben.

    Dabei ist der Zugang in Europa stark ungleich geregelt: In manchen Ländern ist er massiv eingeschränkt oder verboten, mit der Folge von langen Reisen, hohen Kosten oder gänzlich fehlender Versorgung. Die Entscheidung ist damit ein politischer Meilenstein und ein klares Bekenntnis zu Gesundheit und Selbstbestimmung. Doch ohne verbindliche Finanzierung bleibt vieles von der Umsetzung abhängig und für viele Betroffene eine Frage des Geldes.

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