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Mehr Rechte für ein gutes Leben
Auch diese Woche ging was weiter: Wichtige Rechte wurden gestärkt, Pakete geschnürt und Gesetze beschlossen. Und wir sind uns noch sicherer, dass wir weniger arbeiten sollten.

Guten Morgen!
Wichtige Rechte wurden gestärkt, Pakete geschnürt und Gesetze beschlossen. Und wir sind uns noch sicherer, dass wir weniger arbeiten sollten. Es war doch auch eine gute Woche.

Die Vier-Tage-Woche bei vollem Lohn bringt viele Vorteile für Unternehmen und Belegschaft. Das hat der weltweit größte Versuch klar gezeigt. 61 britischen Unternehmen testeten vor über einem Jahr über sechs Monate hinweg das Konzept. Das Ergebnis deckt sich mit anderen Studien. Mitarbeiter:innen waren produktiver, der Umsatz der Unternehmen stieg sogar an. Kritiker:innen meinen, dass diese Auswirkungen nur kurzfristig sind. Genau das hat jetzt ein Jahr später aber eine Folgestudie untersucht – und widerlegt. Die ursprünglichen Verbesserungen sind weiterhin zu sehen und wurden in einigen Fällen sogar noch besser. 82 Prozent der befragten Firmen gaben an, dass sich die Vier-Tage-Woche positiv auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter:innen auswirke, und die Hälfte verzeichnete eine geringere Personalfluktuation als davor. Die körperliche und geistige Gesundheit sowie die Work-Life-Balance sind sogar noch deutlich besser als nach der sechsmonatigen Testphase. 89% der Unternehmen haben die kürzere Arbeitswoche aufgrund der positiven Entwicklungen auch nach der Pilotphase beibehalten.

Die britische Regierung hat, bekannt gegeben, aus dem umstrittenen Energiecharta-Vertrag (ECT) auszusteigen. Der Vertrag gibt fossilen Konzernen die Macht, Staaten mittels einer Paralleljustiz auf Milliarden zu verklagen, wenn neue Gesetze zum Klimaschutz ihre Profite bedrohen. Er gefährdet somit die Energiewende und unsere Zukunft. Auch Österreich ist aufgefordert, sich Großbritannien und den zahlreichen EU-Staaten anzuschließen, die ihren Ausstieg aus dem Vertrag angekündigt oder bereits vollzogen haben.
Das Baupaket der Bundesregierung wurde vorab viel diskutiert. Nun ist es da und enthält durchaus wichtige Maßnahmen. Eine Milliarde Euro sollen in den kommenden Jahren in den sozialen Wohnbau investiert werden. Das ist wichtig, um leistbaren Wohnraum für alle zu schaffen. Außerdem liegt ein Schwerpunkt auf Sanierungen. Und: Gefördert werden nur mehrstöckige Gebäude und keine ebenerdigen Reihenhäuser. So wird weniger Boden verbraucht. Kritikpunkte gibt es auch.

Frankreich ist das erste Land der Welt, das das Recht auf Abtreibung in der Verfassung verankert. Am 28. Februar hat der Senat mit überraschend großer Mehrheit dafür gestimmt. Am Montag sollen beide Parlamentskammern zusammenkommen und die Änderung endgültig beschließen - eine Formsache. Das Ziel der Änderung: Sollte irgendwann eine frauenfeindliche Regierung an die Macht kommen, kann diese das Recht auf Abtreibung nicht einfach so einschränken. Sie müsste dazu die Verfassung wieder ändern. Aktuell ist in Frankreich eine Abtreibung bis zur 14. Schwangerschaftswoche möglich.

Showdown in Straßburg: Im EU-Parlament kam es am 27. Februar 2024 zur finalen Abstimmung über das Renaturierungsgesetz. Mit der Verordnung zur Wiederherstellung der Natur will die EU den Europäischen Green Deal und die angestrebte Klimaneutralität vorantreiben. Das Gesetz wurde mit knapper Mehrheit beschlossen. Die Europäische Volkspartei (EVP) wollte die Umsetzung blockieren. Expert:innen warfen ihnen eine bewusste Fake-News-Kampagne vor und wiesen ihre „Argumente“ scharf zurück – mit Erfolg. Mehr dazu liest du auf MOMENT.at.

Je grüner deine Umgebung, desto besser geht es dir? Diesen Zusammenhang wollten US-amerikanische Forscher:innen untersuchen. Und kamen zum Ergebnis: Es stimmt - mit Einschränkungen.
Wenn eine Stadt viele Grünflächen hat, geht es den Einwohner:innen psychisch besser. Untersucht wurde dabei der Bundesstaat Texas. Das städtische Grün wurde in einem Datensystem erfasst, das für jede bekannte Adresse eine Punktzahl - ein “NatureScore” - zwischen 0 und 100 vergibt. Verrechnet wurden dabei Faktoren wie Luft-, Lärm- und Lichtverschmutzung, Parks und Baumkronen und die Zugänglichkeit zu Grünflächen. Danach untersuchte die Gruppe, in welchen Postleitzahlbereichen Patient:innen mit psychischen Erkrankungen leben und wie hoch die Naturqualität dort ist. Menschen in diesen Vierteln haben eine um 51% geringere Wahrscheinlichkeit, Depressionen zu entwickeln. Und eine um 63% geringere Wahrscheinlichkeit für bipolare Störungen. Ein NatureScore über 40 Punkte kann als Schwelle für eine gute psychische Gesundheit gesehen werden. Die Erkenntnisse sollen künftig als Grundlage für Stadtplanungen dienen.

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