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Mehr Recht gegen Unrecht

Guten Morgen!
Sich gegen Unrecht zu wehren ist wichtig. Dabei Erfolg zu haben genauso. Von Erfolgsgeschichten und Hoffnung liest du in dieser Guten Woche.

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Hass, Gewalt und Diskriminierung haben dort keinen Platz. Trotzdem tauchen immer wieder strafbare Inhalte auf – z.B. Beleidigungen, Drohungen, Mobbing, Gewaltverherrlichung, unerlaubte Nacktaufnahmen, Diskriminierung oder NS-Propaganda. Plattformen müssen solche Inhalte nach dem Digital Service Act (DSA) löschen – oft dauert das aber. Schneller geht es mit sogenannten „Trusted Flaggern“. Rat auf Draht ist einer davon und hilft Kindern und Jugendlichen dabei, solche Inhalte anonym zu melden.
Unter rataufdraht.at/trusted-flagger können rechtswidrige Inhalte gemeldet werden. „Wir möchten Jugendliche ermutigen, nicht wegzuschauen, sondern illegale Inhalte auf jeden Fall zu melden“, sagt Birgit Satke, Leiterin des Beratungsteams von Rat auf Draht.

Die Stadt Wien hat diese Woche vermeldet, dass sie ihre 2021 gesteckten Ziele für den Ausbau der Sonnenenergie übererfüllt. Die theoretische Höchstleistung von 250 Megawatt sollte eigentlich bis Jahresende erreicht sein, wurde aber schon jetzt im Februar geschafft. Ein Viertel aller Haushalte könnte damit zur besten Zeit versorgt werden. Bis 2030 soll sich diese Zahl noch einmal mehr als verdreifachen und zu Spitzenzeiten bis zu 800 Megawatt an Leistung erzeugt werden können.
Noch eine gute Nachricht aus Wien: Der Anteil der Wege, die jeweils mit gut ausgebauten Öffis und auf Radwegen zurückgelegt werden, steigt leicht. Allzu sehr darf die Stadt sich dafür aber nicht loben, denn gleichzeitig ging der Fußweg-Boom vom Beginn der Corona-Pandemie wieder zurück. Auch der Autoanteil geht seit Jahren zu langsam zurück. 2025 sollte er laut den eigenen Versprechen nur noch bei 20 % liegen, 2030 bei 15 %. Angesichts der 25 %, die es bei der neuesten Zählung 2024 noch waren, werden diese Vorhaben wohl verpasst.
In Hamm in Deutschland beschäftigt gerade eine Klimaklage das Oberlandesgericht. Der Landwirt Saúl Luciano Lliuya aus Peru fordert finanzielle Entschädigung für mögliche Folgen der Klimakrise vom Energiekonzern RWE. Der sei nämlich durch seinen CO2-Ausstoß mitverantwortlich für die Erderhitzung und damit dafür, dass sein Heimatort überschwemmt werden könnte.
Gletscher in der Nähe der 55.000-Einwohnerstadt Huaraz schmelzen. Es drohen Flutwellen und Schlammlawinen. Um das zu verhindern, müsste der Wasserpegel des nahegelegenen Sees künstlich abgesenkt werden. Das würde schätzungsweise 3,5 Millionen Euro kosten. RWE soll laut Kläger 0,47 Prozent der Kosten, nämlich 17.000 Euro, übernehmen. Der Anteil, den der Konzern an der Klimakrise trägt.
Die Summer ist für den Konzern ein Klacks. Es geht allerdings um mehr. Diese Klage könnte einen Präzedenzfall schaffen und es könnten durch weitere Klagen viel höhere Kosten auf Konzerne wie RWE zukommen.

Fredi Ferková hat den Mann verklagt, der ihr ein unerwünschtes Dick Pic (Penisbild) geschickt hat. Und sie hat Recht bekommen. Der Richter entscheidet, dass sie 1.000 Euro Schadenersatz für die “erlittene persönliche Beeinträchtigung” und Kostenersatz für Detektiv und Anwalt erhält. In Summe sind es 4.000 Euro. Im Gespräch mit MOMENT erzählt sie, wie sie sich gewehrt hat.

Folgende Top-Stories hast du diese Woche nur auf MOMENT.at gelesen.
70,3 % mehr Miete zahlt man in Österreich im Vergleich zu 2010. Wen der Mietpreisstopp vor weiteren Teuerungen schützt, erfährst du hier.
Keine Tyrannen, nur Demokratie: Über die riesigen Proteste in Serbien schreibt Politologin Natascha Strobl.
Ein Haus wird zwangsversteigert. Danach wird in die Wohnungen eingebrochen. Was da los ist, erfährst du hier.
Schönes Wochenende!
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