Mehr Frauen für das Klima

Bahnbrechende Erkenntnis: Frauen wollen die Klimakrise auch verhindern. Und: Amazon muss zahlen. Die Woche hat viel Gutes gebracht.

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Bahnbrechende Erkenntnis: Frauen wollen die Klimakrise auch verhindern. Und: Amazon muss zahlen. Die Woche hat viel Gutes gebracht.

Zuerst eine Ankündigung in eigener Sache: Am Montag beginnt bei MOMENT.at ein neues Format. Ab 17:00 Uhr starten wir mit unserer Live-Show auf YouTube, die jede Woche von Montag-Donnerstag ausgestrahlt wird. Lange haben wir daran gearbeitet, nun sind wir aufgeregt, dass es endlich losgehen kann. Es würde uns freuen, wenn du dabei bist. Hier gehts zu unserem Kanal. Und hier sind die guten Nachrichten, die du diese Woche vielleicht verpasst hast:

  • Amazon muss für seine ausbeuterischen Bedingungen zahlen. Denn: Die Logistiksparte von Amazon in Frankreich hat seine Mitarbeitenden oft bis auf die Sekunde überwacht. Das ist illegal. Amazon soll zum Beispiel überprüft haben, wie viel Zeit zwischen dem Betreten des Lagers und dem Beginn der Arbeit vergeht. Dazu hat der Konzern die Daten der Scan-Geräte für Pakete ausgewertet. Für jede Unterbrechung mussten sich die Angestellten rechtfertigen. Auch wenn es nur wenige Minuten waren. Die französische Datenschutzbehörde CNIL hatte 2019 eine Untersuchung bei Amazon angeordnet. Es stellte sich heraus: Das Speichern und Auswerten der Daten über 31 Tage ist unzulässig. Außerdem sei es unverhältnismäßig, zu überprüfen, wie schnell Produkte gescannt werden. Dafür soll der Konzern nun 32 Millionen Euro Strafe zahlen. Das entspricht drei Prozent des Umsatzes des französischen Tochter-Unternehmens. In der EU ist ein Strafmaß von bis zu vier Prozent erlaubt. Amazon kritisierte die Strafe und kündigte rechtliche Schritte an.

  • 28 Männer und 0 Frauen: So sollte das Organisationskomitee der COP29 in Aserbaidschan aussehen. Die Organisation „She Changes Climate“ übte lautstark Kritik: „Der Klimawandel betrifft die ganze Welt, nicht nur die Hälfte.“ Mit – zumindest kleinem – Erfolg. Der Präsident Aserbaidschans Ilham Aliyev erklärte, dass das Komitee erweitert werde. 12 Frauen und ein weiterer Mann sind nun Teil davon. Man kann ehrlich gesagt drüber streiten, ob das als gute Nachricht durchgeht. Das Verhältnis von 29:12 ist immer noch weit weg von Gleichstellung. Aber naja, besser als vorher ist es.

  • Vor vier Jahren wurde in Polen eines der strengsten Abtreibungsgesetze Europas beschlossen und für viel Leid gesorgt. Auch große Demonstrationen haben damals nicht dagegen geholfen. Doch die erzkonservative PiS ist nicht mehr an der Macht - und jetzt soll sich daran etwas ändern. Die neue Regierung will Schwangerschaftsabbrüche bis zur 12. Woche erlauben. Außerdem erleichtert sie den Zugang zur “Pille danach”, die bisher nur mit Rezept verfügbar war.

Klima-Hoffnung
  • Die US-Regierung von Joe Biden hat vorerst den Ausbau eines enormen Flüssiggas-Terminals im US-Bundesstaat Louisiana gestoppt. Das 10-Milliarden-Dollar-Projekt “Calcasieu Pass 2” hätte die Gas-Exporte der USA um etwa 20 Prozent erhöht und enorme Mengen Treibhausgase verursacht. Flüssiggas besteht vor allem aus dem extrem klimaschädliche Gas Methan. Man wolle nun zuerst den Einfluss auf das Klima prüfen, heißt es von der zuständigen Behörde. Derartige Überlegungen haben ein solches Projekt bisher noch nie aufgehalten. Würde das hier passieren, könnte das auch 16 weitere Projekte stoppen. Es wäre ein Triumph für unseren Lebensraum. Klima-Aktivist:innen werten schon die Verzögerung als wichtigen Sieg. Beobachter:innen werten es auch klare Positionierung von Biden für das Klima im anstehenden Wahlkampf gegen den rechtsextremen Gegenkandidaten und Klimawandel-Leugner Donald Trump.

  • Die Verabreichung des weltweit ersten Malaria-Impfstoffs begann am Montag in Kamerun - diese erste Impfkampagne gegen Malaria ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die lebensbedrohliche Krankheit. 95 Prozent der weltweiten Todesfälle durch Malaria treten in Afrika auf, die meisten davon bei Kindern unter fünf Jahren. Nach jahrzehntelanger Forschung ist Kamerun nun das erste Land, das die Impfung bei Kindern einsetzt. Weitere afrikanische Länder planen die Einführung noch in diesem Jahr. Die Impfung soll laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedes Jahr Zehntausende von jungen Leben retten. Großflächig eingesetzt soll die Impfung die Sterblichkeit sowie die Folgen von Malaria drastisch verringern.

  • Zwei aktuelle Studien aus Schottland und Norwegen bestätigen die hohe Wirksamkeit der HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs. HPV ist eine sexuell übertragbare Infektion, die für fast alle Fälle der Krebsart verantwortlich ist. Rund 140 Länder haben den HPV-Impfstoff bereits in ihre nationalen Gesundheitsprogramme aufgenommen. Dazu zählt auch Österreich – in der Umsetzung hinken wir jedoch hinterher.
    8 von 10 Erwachsenen stecken sich hierzulande immer noch mit HPV an. Dabei gibt es seit 17 Jahren eine Impfung für Frauen und Männer. Schätzungen zufolge ist aber nicht einmal jede:r Zweite gegen HPV geimpft. Nun wird stärker gegengesteuert: Seit Februar 2023 ist die Impfung bis zum 21. Lebensjahr gratis.

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