Machen wir es doch einfach

Wie kann man Armut bekämpfen, für mehr Geschlechtergerechtigkeit sorgen oder das Klima retten? Einfach machen.

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Guten Morgen!

Wie kann man Armut bekämpfen, für mehr Geschlechtergerechtigkeit sorgen oder das Klima retten? Einfach machen, wie die Vorbilder in der neuen Guten Woche zeigen. Vielleicht ist es doch so einfach.

  • Schweden ist Vorreiter bei der Elternkarenz. Der Staat finanziert sie hier seit 50 Jahren für beide Geschlechter. Es ist eines der großzügigsten staatlich finanzierten Pakete der Welt. Und es gilt für gleichgeschlechtliche Paare, Adoptiveltern und Alleinerziehende.

    Während in den 1970er Jahren nur 0,5 Prozent der Karenztage von schwedischen Vätern genommen wurden, nehmen heute 9 von 10 Männern Karenz. Auch wenn Frauen immer noch mehr Kinderbetreuung leisten, ist das Geschlechterverhältnis deutlich besser. Grund dafür? Die Richtlinie ist seit Jahrzehnten Teil des schwedischen Lebens. Männer werden im Arbeitskontext dazu ermutigt. Eine neue Studie zeigt: Die Karenzzeit auszulassen, das ist heute geradezu ein Tabu.

  • Es ist ein bekanntes Gruselmärchen. Gibt man armen Menschen Geld, verschwenden sie es nur. Dabei beweist Studie um Studie das Gegenteil, etwa im texanischen Austin.

    Dort haben 135 Familien für ein Jahr ein Grundeinkommen von monatlich 1.000 Dollar bekommen. Das meiste Geld davon haben sie fürs Wohnen ausgegeben. Die Angst um ein Dach über dem Kopf ging stark zurück. Bei einkommensschwachen Familien in der Umgebung, die kein Geld bekamen, stieg diese im selben Zeitraum an. Auch die Essensversorgung hat sich für die unterstützten Familien verbessert.

    Armut kann sich ganz unterschiedlich äußern. Freiwillig gewählt ist sie fast nie. Versuche wie dieser zeigen, dass den Menschen oft sehr einfach geholfen werden kann und sie dadurch ein besseres, selbstbestimmtes Leben führen können - wenn man ihnen das zutraut. 

Klima-Hoffnung
  • Schottland hat einen wichtigen Schritt in Richtung Klimaneutralität gemacht. 2022 hat das Land mehr Strom aus Wind-, Wasser- und Solarenergie erzeugt als es verbraucht. Nämlich 113 Prozent des Landesbedarfs. Das war möglich, weil der Stromverbrauch im Land einerseits insgesamt leicht zurückgegangen ist. Andererseits hat die Versorgung mit Windenergie stark zugelegt. Diese Zahlen aus 2022 sind erst jetzt bekannt geworden. Nur mehr vereinzelt wurde fossile Energie genutzt, um Lücken bei den erneuerbaren Energieträgern auszugleichen. Dass der Bedarf aber mehr als gedeckt ist, gilt als Meilenstein in der Energieversorgung des Landes.

Mut-Macher:in
  • Glück kann man nicht mit Geld kaufen. Ein bisschen aber wohl schon: Umfragen zeigen, dass reichere Menschen tendenziell zufriedener mit ihrem Leben sind. Man könnte also meinen, dass hoher materieller Wohlstand - gemessen in Geld - eine notwendige Voraussetzung für Glück ist. Eine neue Studie zeigt jedoch, wie bedeutsam auch andere Faktoren sind. Vor allem guter sozialer Zusammenhalt ist mindestens genauso wichtig. Befragt wurden Menschen aus 19 abgelegenen, kleinen Gemeinschaften außerhalb der globalisierten Welt. Viele von ihnen bezeichnen sich als indigene Völker. Obwohl sie nur über ein geringes finanzielles Einkommen verfügen, gaben sie häufig an, sehr zufrieden mit ihrem Leben zu sein.
    Einige Gemeinschaften sind so zufrieden wie Menschen in den reichsten Ländern der Welt. Die Ergebnisse deuten auf eine größere Flexibilität bei den Mitteln zur Erreichung von Glück hin, als es aus Umfragen hervorgeht, die nur industrialisierte Gesellschaften untersuchen. Geld wird immer wichtig sein für unsere Zufriedenheit - aber gleichzeitig müssen wir uns auch um andere Aspekte kümmern.

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