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Konsequenzen? Lieben wir.

Guten Morgen!
Hoffnung beim Klima, Hoffnung bei Verantwortlichkeiten, Hoffnung gegen Hoffnungslosigkeit. Auch diese Woche bringt dir unsere Gute Woche Hoffnung für das Wochenende ins Haus!

In Italien hat ein Gericht entschieden, dass rund 40.000 Lieferant:innen des Essenszustellers künftig regulär angestellt werden müssen. Bisher haben sie formal als Selbstständige gearbeitet, waren jedoch faktisch stark von Plattform, App und Algorithmus abhängig und teils unter der Armutsgrenze bezahlt.
Typisch für dieses Modell: Zusteller:innen tragen Kosten und Risiken selbst, etwa für Fahrrad, Versicherung oder Altersvorsorge, während die Plattform über Aufträge, Bewertungen und mögliche Sperren entscheidet. Der Fall wirft damit grundsätzliche Fragen zur sozialen Absicherung und Regulierung plattformbasierter Arbeit auf.

Die Europäische Kommission hat ein Verfahren gegen den Onlinehändler Shein eingeleitet. Es geht um mehrere Bereiche: 1. Verkauf illegaler Produkte in der EU wie kinderähnlicher Sexpuppen. 2. Suchterzeugendes Design mit Verbraucherpunkten und Belohnungen. 3. Zu wenig Transparenz bei Empfehlungssystemen, um Nutzer:innen Inhalte und Produkte vorzuschlagen.
Große Online-Plattformen müssen die Risiken ihrer Angebote identifizieren und beheben. Das schreibt der Digital Service Act der EU vor. Das macht der Onlinehändler Shein möglicherweise nicht ausreichend. Deswegen leitet die EU-Kommission ein Verfahren ein, um das zu prüfen. Und um zu garantieren, dass die Pflichten eingehalten und Konsument:innen geschützt werden.
Konsequenzen für mächtige Menschen sind eine Seltenheit. Umso überraschender, dass Prinz Andrew diese Woche an seinem 66. Geburtstag festgenommen wurde. Das letzte Mal, dass einem Mitglied des britischen Königshauses das passiert ist, war vor 380 Jahren.
Andrew wird offiziell “misconduct in public office” vorgeworfen, also das Fehlverhalten während der Ausübung eines öffentlichen Amtes. Grundlage dafür sind vorerst Hinweise in den Epstein-Files, dass Andrew offizielle Regierungsdokumente an Epstein weitergeleitet hat. Laut BBC dürften die Ermittler:innen jedoch wesentlich mehr Hinweise haben, als die bisher veröffentlichten Mails in den Epstein-Files. Ob es zu einer Anklage kommt, wird sich in den kommenden Wochen entscheiden.

Die Leugnung der Klimakrise ist ein zentrales Element in der Ideologie faschistischer Bewegungen wie der von Donald Trump. Er hat dafür gesorgt, dass die US-Umweltbehörde EPA die Klimakrise nicht mehr als Gefahr einstuft, indem er die “Gefährdungsfeststellung” kippte. Dagegen haben jetzt mehrere Umweltschutz- und Gesundheitsgruppen Klagen eingereicht. Sie wollen die Zerstörung jeglicher Art von Klimaschutz nicht einfach so hinnehmen.
2009 hat die EPA festgestellt, was die Wissenschaft schon lange wusste: Treibhausgase sind für Menschen schädlich. Diese “Gefährdungsfeststellung” hatte auch juristische Folgen. So war die Umweltbehörde in den USA dafür verantwortlich, die Menschen vor Schäden durch Treibhausgase zu schützen. Viele Gerichtsurteile in Umweltprozessen bezogen sich auf die Feststellung.
Diese Abschaffung der Gefährdungsfeststellung durch Trump und die EPA ist nicht nur für das Klima eine Katastrophe. Ironischerweise könnte das auch jene fossilen Konzerne hart treffen, die hauptverantwortlich für die Klimakrise sind und sich für eine Präsidentschaft Trumps eingesetzt haben. Denn die Unternehmen haben diese Gefährdungsfeststellung bisher als Verteidigung einsetzen können. Das hat den Hintergrund, dass immer mehr Bundesstaaten Klagen gegen die Unternehmen eingebracht haben. Die Argumentation der Unternehmen dagegen: Die EPA habe durch die Feststellung klargemacht, dass die Regierung für Klimaschutz zuständig sei - also könnten einzelne Bundesstaaten sie gar nicht verklagen. Diese Verteidigungslinie ist nun gefallen. Das könnte für die Unternehmen sehr schmerzhaft werden.

Wer suizidal ist, fühlt sich meistens einsam, unverstanden und ohne Ausweg. Eine der wichtigsten Unterstützungsleistungen kann daher das Aufzeigen von Auswegen sein - etwa durch Menschen, die selbst so eine Krise erfolgreich überstanden haben. Genau das will die Seite “Mutpost” des Werner-Felber-Instituts für Suizidprävention schaffen. Dort kann jede:r einen eigenen Brief verfassen, den Betroffene nach einer Kontrolle von Fachpersonen lesen können. Die Botschaften sind eine einfache Möglichkeit, um Menschen in Krisen zu erreichen. Und ihnen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind.

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