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Keine "faulen Augen" mehr

Guten Morgen!
Keine faulen Augen und keine faulen Ausreden mehr, wenn es darum geht, die Demokratie, unsere Umwelt und Hühner zu schützen. Viel Spaß mit der guten Woche!

António José Seguro von der Sozialistischen Partei (PS) gewann die Präsidentschaftswahl in Portugal mit 66,8 Prozent der Stimmen. Er gewann gegen den rechtsextremen Kandidaten André Ventura der Chega-Partei. Dass Seguro im zweiten Durchgang so viele Stimmen für sich gewinnen konnte, zeigt: Die Brandmauer gegen rechts hält in Portugal - jedenfalls noch.
Seguro gehört dem eher rechten Flügel der PS an. Er präsentierte sich als gemäßigter Kandidat der Linken, der die Demokratie verteidigen wolle. Er bat alle Demokrat:innen um ihre Stimme. Das hat funktioniert. Linke bis hin zu Konservativen sprachen sich für Seguro aus.

Die EU verbietet Unternehmen ab Juli, neuwertige Kleidung zu zerstören. Das ist eine häufige Praxis bei Rücksendungen oder älterer Ware, weil es für die Unternehmen billiger ist als sie noch zu verkaufen oder zu recyceln. Großen Unternehmen wird die Vernichtung ab Juli verboten, kleine haben eine Übergangsphase bis 2030. Die Unternehmen müssen der EU dann melden, was mit der unverkauften Ware passiert.
Fast jedes zehnte unverkaufte Kleidungsstück wurde in der EU bisher zerstört, meistens durch Verbrennen. Das alleine verursacht so viel CO₂-Ausstoß, wie Schweden in einem Jahr produziert hat. Die EU will, dass Unternehmen besser mit Beständen, Rücksendungen und Recycling umgehen. Das Verbot soll nachhaltigen Unternehmen bessere Wettbewerbsbedingungen ermöglichen.
Norwegen ist das erste Land der Welt, das “Turbohühner” abschafft. Unter der vermeintlich lustigen Bezeichnung versteht man Hühnerrassen, die besonders schnell wachsen und Gewicht zulegen. Die norwegische Fleischindustrie hat sich jetzt dazu bereiterklärt, die Zucht dieser Rassen bis Ende 2027 zu beenden und auf langsamer wachsende Hühner zu setzen. Zudem will die Industrie das Schlachten männlicher Küken nach dem Schlüpfen beenden.
“Turbohühner” haben eine kurze Lebensdauer, produzieren dabei aber sehr viel Fleisch. Die Vögel leiden dadurch unter Gesundheitsproblemen. So können sie sich häufig nur unter Schmerzen fortbewegen und weisen Schäden am Skelett auf. Die Rassen werden in der Hühnerzucht wegen ihres Ertrags immer häufiger eingesetzt. Meist leben sie in Massentierhaltung. In Norwegen machten sie jährlich zuletzt 60 Prozent aller geschlachteten Hühner aus. Vier Pfoten schätzt auf Nachfrage von MOMENT.at, dass in Österreich 70 bis 80 Prozent der Hühner solch schnellwachsende Rassen sind. Ein Ende dieser Qualzucht fordern auch Tierschutzorganisationen hierzulande, noch ist das allerdings nicht geplant.

Dem “faulen Auge” kann entgegengewirkt werden. Laut einer Studie gibt es die Möglichkeit, das Sehvermögen bei Erwachsenen mit Amblyopie (auch als Schwachsichtigkeit oder “faules Auge” bezeichnet) wiederherzustellen. Dabei wird die Netzhaut für wenige Tage betäubt. Bei der Amblyopie führt die Beeinträchtigung des Auges nämlich dazu, dass sich die Verbindungen im Gehirn auf das andere Auge verlagern. Die Netzhaut vorübergehend zu betäuben, soll die Verbindungen des geschwächten Auges stärken.
Die Studie wurde an Mäusen durchgeführt. Die Wissenschaftler:innen weisen darauf hin, dass es wichtig ist, die Ergebnisse an einer höheren Spezies mit einem uns ähnlichen Sehsystem zu bestätigen.

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