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Hoffnung zum Herbstbeginn

Guten Morgen!
Voller Zuversicht starten wir in den Herbst: Natürlich mit lauter guten Nachrichten. Krankheiten werden besiegt, Gerechtigkeit erkämpft, und endlich macht mal jemand was gegen die Hitze. Ein kühles Wochenende wünscht die MOMENT-Redaktion.
P.S.: In der kommenden Woche sind wir als Redaktion ein paar Tage auf Jahres-Klausur, um über unsere Arbeit nachzudenken. Deshalb kommt die nächste „Gute Woche” erst in zwei Wochen. Nicht wundern ;)

Die WHO hat bekanntgegeben, dass Kenia offiziell frei von der tödlichen afrikanischen Schlafkrankheit ist. Es ist das zehnte afrikanische Land, das die lange vernachlässigte Tropenkrankheit besiegt hat. Ein wichtiger Meilenstein für das Ziel der WHO, die Schlafkrankheit bis 2030 auf dem gesamten afrikanischen Kontinent zu besiegen. Die Zahl der Fälle pro Jahr ist von 40.000 pro Jahr in den 1990er Jahren bereits auf weniger als 1.000 gesunken.
Die Schlafkrankheit – offiziell Afrikanische Trypanosomiasis – ist eine parasitäre Krankheit, die von infizierten Menschen oder Tieren über den Stich der Tsetsefliege auf gesunde Menschen übertragen wird. Einmal im menschlichen Körper angelangt, vermehrt sich der Parasit und greift das zentrale Nervensystem an. Das verursacht unter anderem die Störung des Schlafzyklus, die der Krankheit ihren Namen gibt. Ohne Behandlung verläuft die Infektion fast immer tödlich. Besonders betroffen von der Krankheit sind arme und ländliche Gemeinschaften. Eingedämmt werden konnte die Krankheit durch internationale Koordination, neue Diagnoseverfahren, bessere Behandlung und die Überwachung von Ausbrüchen.

In Deutschland hatte eine Petition gegen Voyeur-Aufnahmen so großen Erfolg, dass sie zu einer Gesetzesänderung führen könnte. Bisher werden Vorfälle nur strafrechtlich verfolgt, wenn nackte Haut auf den Aufnahmen zu sehen ist - in Deutschland wie auch in Österreich.
Yanni Gentsch, eine 30-Jährige Kölnerin, hat im Februar ein Video ins Netz gestellt, das millionenfach geteilt wurde. Auf ihrer üblichen Joggingrunde bemerkte sie, wie ein Mann sie filmte - genauer gesagt ihren Hintern. Sie stellte ihn vor laufender Kamera zur Rede und brachte ihn dazu, die Aufnahmen zu löschen. Ihr Versuch, ihn bei der Polizei anzuzeigen, scheiterte. Daraufhin startete die 30-Jährige eine Petition, die eine Erweiterung des Paragraphen 184k im deutschen Strafgesetzbuch fordert. Mehr als 100.000 Menschen unterschrieben. Am Montag übergab Gentsch die Petition an den Justizminister des Bundeslands Nordrhein-Westphalen. Der versprach, das Anliegen bei der kommenden Justizministerkonferenz von Bund und Ländern einzubringen.

Wissenschaftler:innen unter der Leitung der Universität Oxford haben ein „Superfood“ für Honigbienen entwickelt. Das könnte nicht nur für das Überleben der Bienen, sondern auch für die weltweite Versorgung mit Lebensmitteln entscheidend sein. Denn 70 Prozent aller Nutzpflanzen sind auf die Bestäubung durch Honigbienen angewiesen. Aufgrund der Folgen der Klima- und Biodiversitätskrise gehen aber die Bienenpopulationen weltweit zurück.
Um über den Winter zu kommen, sind Honigbienen auf bestimmte Nährstoffe in Pollen und Nektar angewiesen, die sogenannten Sterole. Durch früher eintretende Sommer und den Rückgang der Artenvielfalt fehlen ihnen diese Nährstoffe. Wenn Imker:innen Honig zum Verkauf entnehmen, geben sie den Bienen Zusatzfutter, allerdings ohne Sterole. Nach 15 Jahren Forschung ist es Wissenschaftler:innen jetzt gelungen, die Nährstoffe im Labor herzustellen. Bienenvölker, die das Ergänzungsfuttermittel erhielten, produzierten ihrer Studie zufolge bis zu 15 Mal mehr Jungbienen, die das Erwachsenenalter erreichten. Bereits in zwei Jahren könnte das Nahrungsergänzungsmittel demnach für Landwirt:innen und Imker:innen erhältlich sein.
„Cooler” Zement als Ersatz für die Klimaanlage? Ein internationales Forscher:innenteam hat einen Beton entwickelt, der Gebäude passiv kühlen soll. Damit könnten die Temperaturen in Städten deutlich gesenkt werden.
Durch die Veränderung der Betonoberfläche entstehen Kristalle, die wie winzige Spiegel wirken und 96 Prozent der Sonnenstrahlen reflektieren können. Mit dem „coolen” Zement kann ein Gebäude den Forschenden zufolge unter optimalen Bedingungen um circa 10 bis 15 Grad heruntergekühlt werden. Die Produktion lasse sich leicht skalieren und könne auf Dächern, Fassaden und sogar Straßen eingesetzt werden. Die Klimabilanz sei deutlich besser als bei herkömmlichem Zement - einer der CO2-intensivsten Industrien weltweit. Über eine Zeitspanne von circa 70 Jahren könne der Beton mehr CO2 einsparen, als bei seiner Herstellung freigesetzt wird.

Es ist ein Meilenstein bei der Behandlung von Alzheimer: Die erste medikamentöse Therapie dagegen startet an österreichischen Kliniken. Das ist möglich, weil das Medikament Lecanemab im April von der EU-Kommission freigegeben wurde. Alzheimer betrifft in Österreich knapp 100.000 Menschen. Die Krankheit ist die häufigste Ursache für Demenz. Der neue Wirkstoff führt dazu, dass das Immunsystem giftige Eiweißablagerungen abtransportiert und keine neuen gebildet werden. Diese Ablagerungen treten bei Alzheimer typischerweise im Gehirn auf und lassen Nervenzellen absterben.
Die Behandlung wirkt allerdings nur bei Menschen, die frühzeitig mit Alzheimer diagnostiziert wurden. Sie kann die Krankheit auch nicht heilen oder aufhalten, sondern nur verlangsamen. Dennoch ist es ein großer Schritt in der Behandlung von Alzheimer. Bisher haben Medikamente nämlich nur gegen Symptome gewirkt, nicht gegen Mechanismen der Erkrankung. Lecanemab dürfte der erste in einer Reihe von Wirkstoffen sein, die in den kommenden Jahren und Jahrzehnten Alzheimer besser behandelbar machen. Von Alzheimer sind übrigens fast doppelt so viele Frauen wie Männer betroffen. Lecanemab hat in der Studie bei Männern besser gewirkt. Das könnte aber am Studiendesign und nicht am Medikament liegen.

Tampons auf dem Schulklo: Länder wie Schottland oder Neuseeland haben es vorgemacht, Tschechien zieht nach. Schulen müssen laut einer Verordnung des tschechischen Gesundheitsministeriums ab 2026 kostenlose Menstruationsprodukte bereitstellen. Fünf Millionen Euro pro Jahr will die tschechische Regierung dafür ausgeben. Sie hofft, mit dieser Maßnahme die Zahl der Fehlstunden von Schülerinnen zu reduzieren. Denn Menstruation ist in vielen Ländern noch immer ein Tabuthema, und wer sich Menstruationsartikel nicht leisten kann, bleibt eher zu Hause.
Viele Länder haben in den letzten Jahren ihre Mehrwertsteuer auf Menstruationsartikel gesenkt. Auch Österreich hat das 2021 getan. Laut einer Umfrage von Plan International Österreich ist trotzdem jede zweite Frau hierzulande von Periodenarmut betroffen. In einigen Bundesländern gibt es bereits Initiativen zur Bekämpfung von Menstruationsarmut. Die Autor:innen der Studie fordern allerdings, Menstruationsprodukte flächendeckend kostenlos zur Verfügung zu stellen, an Arbeits- und Ausbildungsplätzen ebenso wie in öffentlichen Toiletten - analog zum Toilettenpapier.

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