Gute Luft für Graf Mistkübelgesicht

Ein verpixeltes Bild von zwei Frauen, die sich freuen und die Hände nach oben reißen

Guten Morgen!

Marine Le Pen wurde erneut verurteilt, der britische Rechtsextreme Nigel Farage trat zurück und muss jetzt gegen einen Mistkübel antreten. Wie die Rechten sich selbst in den Kübel hauen, erfährst du auch heute wieder in der Guten Woche.

Verpixeltes Foto von einer Demonstration, eine Menschenmenge mit Schildern ist zu erkennen.
  • In Kalifornien hat die Arbeiterbewegung mit genug Unterstützung aus der Bevölkerung eine Volksabstimmung erzwungen. Im Herbst stimmt der US-Bundesstaat deshalb ab, ob das Vermögen von Milliardär:innen einmalig um 5 % besteuert wird. Aktuelle Umfragen sehen die Befürworter:innen vorne. Die Steuer wäre zahlbar über fünf Jahre, sprich je 1 % Vermögenssteuer für fünf Jahre. Betroffen wären rund 200 Milliardär:innen in Kalifornien, wo 39 Millionen Menschen leben. Für die Finanzierung der Allgemeinheit könnte das trotzdem einen enormen Unterschied machen. Wegen des obszönen Überreichtums dieser wenigen Menschen würde so eine Steuer geschätzt 100 Milliarden US-Dollar bringen. Einige Milliardär:innen drohen nun abzuhauen. Die Drohung ist nicht allzu wichtig. Da Überreiche durch Steuervermeidung so wenig Einkommenssteuer zahlen, hätte ihre Abwanderung auf viele Jahre hinaus quasi keine negativen Auswirkungen auf das Budget.

  • Während die französische Rechtsextreme Marine Le Pen diese Woche wegen der Unterschlagung von 4 Millionen Euro an Steuergeld erneut verurteilt wurde (sie will berufen und trotzdem Präsidentin werden), sah sich der britische Rechtspopulist Nigel Farage wegen verdächtiger Millionenspenden eines Krypto-Betrügern und eines Krypto-Milliardärs diese Woche gezwungen, aus dem Parlament zurückzutreten. Er rief Neuwahlen in seinem Bezirk aus, zu denen er selbst wieder antreten will. Die Ermittlungen des Unterhauses gegen ihn müssen deshalb bis zum Wiedereinzug erst einmal ruhen. Mit der Neuwahl wollte der Brexit-Hintermann sich außerdem in typisch rechtsradikaler Pose als einziger Gegenkandidat des “Establishments” darstellen. Womit der einst als Aktienbroker reich gewordene Farage nicht gerechnet hatte: Alle anderen Parteien verweigern ihm die Bühne und verzichten auf ein Antreten. Sein einziger Gegner ist “Count Binface” (übersetzt: “Graf Mistkübelgesicht”) - ein Mann mit einem Mülleimer am Kopf. Verliert Farage, ist er also wirklich im Eimer. Gewinnt Farage, gehen die Korruptionsermittlungen wegen der Spenden im Parlament weiter.

Verpixeltes Foto von drei Windrädern
  • Die Luft in Europa hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert. Seit 2015 sind die Werte von überwachten Schadstoffen und Feinstoff im Schnitt der 27 EU-Mitgliedsstaaten stark gefallen. Die entsprechenden europäischen Gesetze haben zu Fortschritten im Verkehr und der Industrie geführt, zeigt eine Auswertung des Satelliten-Beobachtungsprogamms Copernicus. Die Industrie stößt zum Beispiel rund 59 Prozent weniger Schwefeldioxid aus. Es gebe allerdings immer noch Phasen mit starker Belastung (vor allem nach Waldbränden, die durch die Klimakrise häufiger werden) und Regionen, in denen die Grenzwerte zu oft übertreten werden. In Österreich zählt vor allem die Region um Graz dazu.

  • Verbessern oder zumindest nicht schlechter werden soll auch die Menge an Mikroplastik in unseren Gewässern (und folglich in allen anderen Orten und Lebewesen). Ein Mittel dazu will die EU nun verpflichtend machen. Neue Waschmaschinen sollen in Europa verpflichtend einen Mikroplastik-Filter eingebaut haben. 97% der potentiell gefährlichen Kleinst-Teile könnten so vermieden werden. Täglich kommen derzeit zig Tonnen davon über Waschmaschinen in unser Wassersystem. Solche Filter lassen sich auch nachrüsten.

  • Spaniens Ausbau von Wind- und Solarenergie zahlt sich aus: Haushalte sparen bei der Stromrechnung im Schnitt rund zehn Euro pro Monat, so eine  Analyse des Thinktanks Ember. Weil erneuerbare Energien in den vergangenen Jahren stark gewachsen sind, hängt der spanische Strompreis heute viel weniger stark am Gaspreis als noch 2021 und blieb selbst bei jüngsten Gaspreissprüngen weitgehend stabil. 2021 lieferten Wind und Sonne 33 Prozent des spanischen Stroms, 2025 waren es bereits 42 Prozent. Das zeigt: Wer früh in erneuerbare Energien investiert, schützt Haushalte besser vor fossilen Preisschocks und macht Energie leistbarer.

verpixeltes Bild einer Superheldin mit Cape
  • Die Fußball-Nationalmannschaft der Männer von Belgien hat diese Woche gegen die USA im WM-Achtelfinale gewonnen. Das wäre an sich keine bemerkenswerte Nachricht für uns, allerdings machen die Umstände es zu einer. Der rechtsextreme US-Präsident Donald Trump hatte bei FIFA-Präsident Gianni Infantino interveniert, weil ein US-Stürmer eine Rote Karte und damit eine Sperre für das Spiel bekommen hatte. Trump fand das blöd, die FIFA warf all ihre Regeln, ihren Anstand und die Integrität des Sports, den sie schützen sollte, über Bord, und ließ den Stürmer doch spielen. Am Platz wurde mit einem 4:1-Sieg für Belgien für Gerechtigkeit gesorgt.

verpixeltes Bild einer Gruppe Menschen, die alle in die Kamera blicken

Folgende Top-Stories hast du diese Woche nur auf MOMENT.at gelesen.

Schönes Wochenende!

Das MOMENT.at-Team

Unterstütze MOMENT.at

MOMENT.at arbeitet unabhängig von Parteien, Banken und Konzernen. Damit das möglich ist, brauchen wir die Hilfe möglichst vieler Menschen. Alle Möglichkeiten, uns zu unterstützen, findest du hier. Jeder Euro macht einen Unterschied. Danke!