Freiheit den Oktopussen!

Ein verpixeltes Bild von zwei Frauen, die sich freuen und die Hände nach oben reißen

Guten Morgen!

Warum Oktopusse doch nicht eingesperrt werden, wie New York das Leben für die Vielen besser macht und welches Medikament das Leben von Millionen Menschen retten wird, liest du in der neuen Guten Woche. Denn auch für diese Woche gilt: Nicht alles war schlecht.

Ein verpixeltes Bild von zwei Frauen mit Schutzhelmen
  • Es muss nicht immer alles schlechter werden für Menschen, die ohnehin schon wenig haben. Das zeigen aktuelle Entwicklungen in New York City unter dem neuen Bürgermeister Zohran Mamdani. Dessen Stadtregierung hat beschlossen, Essenslieferant:innen zu unterstützen - und war damit in nur einem halben Jahr sehr erfolgreich. Im Jänner wurden in New York zwei neue Gesetze wirksam. Die sollten dafür sorgen, dass die Trinkgeldvergabe in Apps von Restaurants und Lebensmittelgeschäften transparent sein muss. Der Hintergrund: 2023 wurden neue Mindestlöhne von 22,13$ pro Stunde für Lieferant:innen beschlossen. Daraufhin gestalteten die größten Liefer-Anbieter es sehr schwierig, über die App Trinkgeld zu geben. Das durchschnittliche Trinkgeld sank von 3,66$ auf 0,93$ in nur einer Woche. Fahrer:innen wurden zwar grundsätzlich besser entlohnt, durch diese Tricks entgingen ihnen seit der Einführung des Mindestlohns gesamt aber geschätzt 550 Millionen Dollar.

Ein verpixeltes Bild von mehreren Menschen, die uns den Rücken zugewandt haben und die Arme heben
  • Wer in Montenegro unter schmerzhaften Menstruationsbeschwerden leidet, erhält dafür in Zukunft zwei bezahlte Ruhetage pro Monat. Das hat das montenegrinische Parlament diese Woche beschlossen. Betroffene müssen dafür organische Ursachen vorweisen, etwa eine Endometriose-Diagnose. Ein ähnliches Gesetzesvorhaben ist noch vor zwei Jahren an politischem Widerstand gescheitert. Das Land ist nach Spanien damit das zweite in Europa mit einer gesetzlichen Regelung für Menstruations-Krankenstand. In Montenegro ist mit dem notwendigen Nachweis organischer Ursachen die Hürde jedoch höher. In Österreich gibt es aktuell keine Diskussion darüber. In einigen asiatischen Ländern, etwa Japan und Südkorea, ist das Recht schon lange gängige Praxis.

  • Eine Million Oktopusse (oder für die Menschen mit humanistischen Bildungsweg da draußen: Oktopoden) hätten jedes Jahr in der ersten kommerziellen Farm auf Gran Canaria gezüchtet und geschlachtet werden sollen - so zumindest der Plan des Betreibers, der allerdings auf massive Proteste gestoßen ist. Die haben jetzt Früchte getragen, das Projekt wird doch nicht verwirklicht. Die behördlichen Auflagen seien zu streng und eine Genehmigung würde zu lange dauern, so die Begründung. Kritik gab es einerseits wegen fehlendem Tierschutz: Die sehr intelligenten Tiere hätten auf viel zu engem Raum miteinander gelebt, was zu aggressivem Verhalten bis hin zu Kannibalismus hätte führen können. Zudem brauchen die Tiere Fische als Nahrung. Für 3.000 Tonnen Oktopusfleisch hätte man 28.000 Tonnen Fische benötigt, was aus ökologischer Sicht extrem bedenklich gewesen wäre.

Verpixeltes Foto von drei Windrädern
  • Tief durchatmen: Zum ersten Mal hat es China geschafft, dass der Anteil von Kohle bei der Stromerzeugung unter 50 Prozent sinkt. Zwischen Jänner und Ende Juni 2026 waren Kohlekraftwerke für 49,7 Prozent des erzeugten elektrischen Stroms verantwortlich, erneuerbare Energieformen haben bereits mehr als 40 Prozent ausgemacht. Das Land behält sein Rekordtempo beim Ausbau nachhaltiger Energie bei: 2012 lag der Anteil von Kohle noch bei fast 80 Prozent. Besonders dabei: Der Strombedarf ist seitdem gleichzeitig stark angestiegen.

    China ist noch stark auf Kohle angewiesen, um Engpässe bei der Stromerzeugung abzufangen. Das Stromnetz ist zudem noch nicht auf die großen Erzeugungsspitzen ausgelegt, die bei Photovoltaik und Windkraft gegeben sind. Die Ausgaben für Infrastruktur sind aber in den vergangenen Jahren stark angestiegen.

  • Lenacapavir schützt zu fast 100 Prozent vor einer HIV-Übertragung. Für einen effektiven Schutz vor einer Übertragung sind nur zwei Injektionen pro Jahr nötig. 2024 wurde das Medikament vom Fachjournal “Science” zum “Durchbruch des Jahres” ernannt. Jetzt wurde das Medikament unter dem Namen “Yeztugo” in den USA erstmals als präventives Mittel freigegeben.

    Da es so einfach zu verabreichen ist und man es nicht täglich einnehmen muss, könnte Yeztugo die Übertragung von HIV stark eindämmen. Damit kann das Mittel Millionen Menschen das Leben retten.

verpixeltes Bild einer Gruppe Menschen, die alle in die Kamera blicken

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