Esel als Feuerwehrmänner. That is all.

Ein verpixeltes Bild von zwei Frauen, die sich freuen und die Hände nach oben reißen

Guten Morgen!

Esel, Pferde und Rinder, die uns vor Waldbränden schützen. Gibts nicht? Gibts wohl! Andere gute Nachrichten findest du auch diesen Samstag in der Guten Woche.

Ein verpixeltes Bild von mehreren Menschen, die uns den Rücken zugewandt haben und die Arme heben
  • KI-Datenzentren werden immer unbeliebter. Besonders in den USA, in denen es in den vergangenen Jahren einen enormen Boom gab. Das Besondere daran: Dass sich Menschen über politische Gräben hinweg so sehr auf ein Thema einigen können, ist selten. Fast drei Viertel aller Befragten haben in einer Umfrage angegeben, dass sie gegen den Bau von Datenzentren in ihrer Nähe sind. Mehr als die Hälfte der Menschen unterstützt sogar ein landesweites Verbot von Neubauten. Mittlerweile haben einzelne Staaten und Regionen zumindest zwischenzeitlich so ein Verbot beschlossen. Kein Wunder: Datenzentren verbrauchen enorm viel Strom, Wasser und erhitzen die Umgebung. Sie bringen kaum Arbeitsplätze oder Wertschöpfung. Vielleicht sollte auch die österreichische Politik einen Blick auf die Stimmungslage in den USA werfen.

  • Die Einwohner:innen von Porto dürfen seit dieser Woche gratis den Nahverkehr der Stadt nutzen. Die Gegenfinanzierung ist noch nicht endgültig geklärt. Voraussichtlich wird die Abgabe für Tourist:innen vermutlich von drei auf vier Euro erhöht. Auch Porto leidet unter zu viel Individualverkehr. Mehr als die Hälfte der Bewohner:innen nimmt lieber ihr Auto als Bahn oder Bus. Porto ist die erste Stadt Portugals mit gratis Nahverkehr. Sie schließt sich damit rund 50 weiteren Städten und Gemeinden in ganz Europa an. Führend ist Frankreich mit 39 Städten. In Österreich gibt es nirgends gratis Nahverkehr für alle. Wien hat den Preis seines sehr erfolgreichen Jahrestickets erst 2026 auf 467 Euro erhöht.

Verpixeltes Foto von drei Windrädern
  • Die Stadt Paris und mehrere NGOs haben den Energiekonzern TotalEnergies verklagt und nun einen Teilerfolg erzielt. Der Prozess sollte klären, ob Umweltrisiken unter das französische Sorgfaltspflichtgesetz fallen. Das besagt, dass Unternehmen einen Plan brauchen, um durch ihre Geschäftstätigkeit Menschenrechts- und Umweltschäden zu verhindern und zu vermeiden.

    Die Verteidigung des Konzerns: Er produziert ja nur. Gas und Co verbrauchen und Emissionen verursachen? Das tun die Kund:innen. Doch das Gericht hat das nicht gelten lassen und entschieden, dass klimabezogene Risiken und Auswirkungen sehr wohl unter das Sorgfaltspflichtgesetz fallen. Und zwar auch die indirekten Emissionen, die eben durch den Verbrauch entstehen. Der Konzern muss nun die Klimarisiken durch seine Öl- und Gasprodukte offenlegen und Pläne zu deren Bewältigung vorlegen - einschließlich der indirekten Emissionen durch Endverbraucher:innen.

  • Manchmal braucht man zur Feuerbekämpfung einfach nur gesunden Appetit. Zumindest schafft es der spanische Nationalpark Coto de Doñana seit neun Jahren, dadurch feuerfrei zu sein - obwohl gleichzeitig die Zahl der Waldbrände in der Gegend stark zugenommen hat.

    Dort grasen seit 2017 mehrere Esel jeden Tag zwischen März und November für mehrere Stunden. Sie verspeisen vertrocknetes Buschwerk in Gebieten, zu dem Fahrzeuge nicht fahren können. Die vertrockneten Pflanzen erhöhen die Brandgefahr erheblich und erschweren den Kampf gegen bereits bestehende Waldbrände. Die Esel sind aber nicht die einzigen tierischen Feuerwehrleute: In anderen Regionen Spaniens kämpfen auch Urpferde und Rinder gegen Brände.

  • Am Sonntag tritt das Verbot zur Vernichtung unverkaufter Textilien in der EU in Kraft. Große Unternehmen dürfen dann unverkaufte Bekleidung, Accessoires und Schuhe nicht mehr einfach so vernichten. Mittlere Unternehmen folgen erst 2030, kleine sind ganz davon ausgenommen. Der Schritt ist wichtig, denn bis zu neun Prozent aller Textilien werden vernichtet, weil sie nicht verkauft wurden. Ganz besonders betroffen ist der Online-Handel. Dort wird jedes fünfte Kleidungsstück zurückgeschickt, vieles davon wird entsorgt. Unternehmen müssen ab Sonntag auch offenlegen, welche und wie viel Ware sie aussortieren und was damit geschieht.

    Es gibt aber auch Kritik, dass das Verbot nicht weit genug gehe. Die Befürchtung ist, dass nicht verkaufte Ware in Zukunft vermehrt an Länder gespendet wird, die bereits jetzt mit Textilmüllbergen zu kämpfen haben. Am Kernproblem - der Überproduktion von Fast-Fashion-Anbietern - wird damit nichts verändert.

verpixeltes Bild einer Gruppe Menschen, die alle in die Kamera blicken

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