- Die Gute Woche
- Posts
- Ein sichereres Netz
Ein sichereres Netz

Guten Morgen!
Plattformen werden zur Verantwortung gezogen - unter anderem, weil mutige Frauen sich wehren. Diese und andere gute Nachrichten findest du auch in dieser Guten Woche.

Bei einer großen internationalen Ermittlungsaktion unter der Leitung deutscher Behörden, insbesondere des Bundeskriminalamts (BKA), ist es gelungen, Hunderttausende kriminelle Webseiten im Darknet abzuschalten. Insgesamt wurden rund 373.000 Seiten vom Netz genommen, viele davon mit Inhalten zu Kindesmissbrauch oder Betrug.
Die Ermittlungen starteten in Deutschland mit einer einzelnen besonders schweren Missbrauchsseite und weiteten sich über Jahre zu einer internationalen Operation aus. Mithilfe spezieller Software konnten die Behörden ein riesiges Netzwerk aufdecken, das aus vielen miteinander verbundenen Seiten bestand. Hinter dem gesamten Netzwerk soll ein einzelner Betreiber stehen, nach dem nun international gefahndet wird.
Auch in Österreich wurden Verdächtige ausgeforscht und Daten sichergestellt. Die Aktion gilt als einer der größten Erfolge im Kampf gegen kriminelle Netzwerke im Darknet – gleichzeitig warnen Expert:innen, dass es vermutlich noch weitere solcher Netzwerke gibt.

Bei einer Abstimmung zum Parlament des Bundesstaats Florida hat sich im Wahlkreis mit der Stadt Palm Beach die Demokratin Emily Gregory durchgesetzt. Das Lustige ist: Dort ist auch Donald Trumps Anwesen “Mar-a-Lago”, das der Republikaner als seinen Wohnsitz angibt.
Zuletzt konnten die Demokraten immer wieder Erfolge gegen die Republikaner einfahren. So etwa die Gouverneursposten in Virginia und New Jersey oder den Bürgermeisterposten in Miami, Florida. Noch dieses Jahr finden die Midterms in den USA statt. Sie entscheiden über die Mehrheiten im Repräsentantenhaus und Senat. Umfragen zeigen hohe Chancen für eine demokratische Mehrheit. Der autoritäre Rechtsextreme Trump versucht schon vorab, die Wahl zu beeinflussen - mit teils rechtswidrigen Vorschlägen.
Ein Gericht in den USA hat Instagram und YouTube zu hohen Geldstrafen verurteilt. Der Grund: Die Plattformen sollen so gebaut sein, dass sie vor allem junge Menschen möglichst lange online halten – und dabei süchtig machen können. Eine junge Frau hatte geklagt, weil sie schon als Kind sehr viel Zeit auf den Apps verbrachte und später unter Problemen wie Angst und Depressionen litt. Die Jury war überzeugt, dass Funktionen wie endloses Scrollen oder automatische Videos genau darauf abzielen, Nutzer:innen nicht mehr loszulassen. Außerdem hätten die Firmen nicht genug vor den Risiken gewarnt. Das Gericht sprach der Klägerin mehrere Millionen Dollar Schadenersatz zu. Das Urteil ist besonders wichtig, weil erstmals das Design der Plattformen selbst verantwortlich gemacht wird – nicht nur die Inhalte. Viele ähnliche Klagen könnten jetzt folgen. Die Unternehmen bestreiten die Vorwürfe und wollen gegen das Urteil vorgehen.
Das EU-Parlament hat für ein Verbot von KI-Systemen gestimmt, die pornografische Deepfakes erzeugen können – also manipulierte Bilder oder Videos, in denen Menschen ohne ihre Zustimmung nackt oder in sexuellen Situationen gezeigt werden. Solche Inhalte gelten als schwere Form digitaler Gewalt, weil sie die Privatsphäre und Würde der Betroffenen verletzen. Hintergrund sind Fälle, in denen massenhaft gefälschte Bilder von Frauen und sogar Kindern erstellt und online verbreitet wurden. Künftig sollen vor allem Anwendungen verboten werden, die solche Inhalte ohne Einwilligung ermöglichen. Ziel ist es, Menschen besser vor Missbrauch durch KI zu schützen. Das Verbot ist Teil einer Anpassung des EU-KI-Gesetzes und muss noch final mit den Mitgliedstaaten abgestimmt werden.

Im Amazonas sind Flüsse zentrale Verkehrswege. Doch die meisten Boote fahren mit lauten und umweltschädlichen Dieselmotoren, die Luft und Wasser stark belasten. Eine indigene Firma will das ändern und setzt auf solarbetriebene Boote als nachhaltige Alternative. Diese Boote fahren leise und emissionsfrei und verbessern damit nicht nur die Umweltbilanz, sondern auch die Lebensqualität vor Ort. Die Initiative zeigt, wie moderne Technik mit lokalem Wissen kombiniert werden kann, um Lösungen für abgelegene Regionen zu entwickeln. Solarboote sind besonders sinnvoll, weil viele Orte im Amazonas kaum Zugang zu Infrastruktur oder Treibstoff haben. Gleichzeitig sind fossile Brennstoffe teuer und schwer zu transportieren.
Für indigene Gemeinschaften bedeuten die Boote mehr Unabhängigkeit und bessere Mobilität. Auch die Natur profitiert, da weniger Lärm auch für Tiere gut ist und keine Abgase entstehen. Das Projekt steht zudem symbolisch für einen anderen Umgang mit dem Amazonas: Statt Ausbeutung durch Öl und Infrastruktur wird auf nachhaltige, lokal getragene Lösungen gesetzt.

Collien Fernandes hat schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Partner erhoben und daraufhin massive Drohungen erhalten. Nun hat sie dennoch wieder öffentlich gesprochen, bei einer Demo für die Opfer sexueller Gewalt in Hamburg - geschützt durch Polizei und mit schusssicherer Weste.
Fernandes macht deutlich, wie groß der Druck auf Betroffene ist und wie viel Mut es braucht, überhaupt mit Erfahrungen sexualisierter Gewalt an die Öffentlichkeit zu gehen. Sie macht auf ein strukturelles Problem aufmerksam: Gewalt und Bedrohungen bringen viele zum Schweigen. Umso wichtiger sind Solidarität, Schutz und klare gesellschaftliche Konsequenzen.

Folgende Top-Stories hast du diese Woche nur auf MOMENT.at gelesen.
Schönes Wochenende!
Das MOMENT.at-Team
Unterstütze MOMENT.at
MOMENT.at arbeitet unabhängig von Parteien, Banken und Konzernen. Damit das möglich ist, brauchen wir die Hilfe möglichst vieler Menschen. Alle Möglichkeiten, uns zu unterstützen, findest du hier. Jeder Euro macht einen Unterschied. Danke!