Die Woche der purzelnden Steine

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Guten Morgen!

Wir geben es gern zu: Diese Woche ist uns ein mittelgroßer Stein vom Herzen gefallen. Es sind so manche schöne Dinge passiert, wie du in der neuen Guten Woche liest.

  • Zu Beginn des Newsletters eine Erinnerung: Die Gefahr für die Demokratie in Österreich und der Welt mag nicht gebannt sein. Aber man darf sich zwischendurch ruhig freuen, dass es noch nicht schlimmer gekommen ist. Nachdem es sich immer deutlicher abgezeichnet hat, haben wir seit Mittwoch dieser Woche die Gewissheit: Herbert Kickl hat es nicht geschafft, gemeinsam mit der ÖVP eine Koalition zu bilden. Seine radikalen Machtansprüche gingen auch der ÖVP zu weit. Der erste FPÖ-Kanzler Österreichs bleibt uns damit zumindest vorerst erspart.

  • Die “Casa Orsola” (ein Wohnhaus) in Barcelona ist zum Symbol geworden. Für die spanische Wohnungskrise. Und für den Widerstand gegen Gentrifizierung und Immobilienkonzerne. Den führte man mit Erfolg.

    Josep Torrent lebt seit 23 Jahren in dem Gebäude. Dann hat es ein Immobilienfonds gekauft und wollte die Miete verdreifachen. Torrent zahlte weiterhin die alte Miete und sollte zwangsgeräumt werden. Dagegen hat sich massiver Protest entwickelt. Tausende Menschen verhinderten mehrfach eine Räumung. Jetzt haben die Stadtverwaltung und eine Stiftung das Haus gekauft. Die Wohnungen sollen in soziale und erschwingliche Mietwohnungen umgewandelt werden – ein kleiner Sieg im Kampf gegen die Wohnungsnot.

  • Nazis dürfen “Döp dö dö döp” nicht mehr verwenden. Du verstehst nur Bahnhof? Folgendes ist passiert: Das Lied “L’amour toujours” von Gigi D’Agostino wurde vergangenes Jahr mit rechtsextremen Parolen neu “interpretiert”. “Döp dö dö döp” steht für das Lied und wurde seitdem als Code verwendet. So wurde auch Merchandise mit dem Slogan verkauft. Rechte Gruppen erzielten dadurch hohe Einnahmen. Das können sie in Zukunft nicht mehr: Die Aktion “Recht gegen Rechts” hat sich die Markenrechte daran gesichert. Rechte Shops dürfen Gegenstände mit dem Slogan in Zukunft nicht mehr verkaufen - oder müssen empfindliche Geldstrafen zahlen.

Klima-Hoffnung
  • In der EU sind Mehlwürmer bereits seit 2021 als “neuartige Lebensmittel” zugelassen. Jetzt darf ein französisches Unternehmen auch Insektenpulver auf den Markt bringen, das mit UV-Licht behandelt wurde. Das erhöht den Vitamin-D-Gehalt. Es darf in Brot, Gebäck, Kuchen, Teigwaren, Kartoffelprodukten, Käse sowie in Obst- und Gemüsekompott verwendet werden. Diverse Kanäle - auch von rechtsextremen Politiker:innen - versuchen Empörung über die Zulassung zu erzeugen. Wer keine Lust auf Mehlwürmer in seinem Essen hat, braucht aber keine Angst zu haben. Auf den Verpackungen muss klar gekennzeichnet sein, wo sie drinnen sind.
    Instekten sind bei uns in der Ernährung zwar ungewöhnlich, in anderen Weltregionen sind sie aber durchaus üblich. Sie gelten als nahrhaft und reich an Protein. Neben vegetarischen Produkten könnten sie in Zukunft auch eine Rolle für eine nachhaltige Ernährung spielen.

  • Seit 2021 gibt es in Österreich kein Klimaschutzgesetz. Jetzt beschließt Wien als erstes Bundesland sein eigenes. Bis 2040 möchte Wien die Klimaziele selbständig erfüllen. Im Klimafahrplan sind über 100 Maßnahmen vorgesehen. Zu den konkreten Projekten gehören das Programm "Raus aus Gas" mit der Errichtung von Großwärmepumpen, eine Sonnenstrom-Offensive für die Energiewende und der Ausbau klimafreundlicher Mobilität durch den U-Bahn-Ausbau sowie neue Radwege.

    Expert:innen sehen den Entwurf eines Klimagesetzes zwar grundsätzlich positiv, kritisieren aber wesentliche Mängel und fordern Nachbesserungen. Insbesondere fehlten verbindliche Vorgaben, klare Kontrollmechanismen und Konsequenzen bei Nichterreichen der Klimaziele.

Mut-Macher:in
  • Biber braucht das Land. In Tschechien hat eine Biberfamilie dem Staat jetzt bis zu 1,2 Millionen Euro eingespart. Denn dort, wo Naturschützer:innen, Wasserwirtschaftler:innen, Kommunen und Forstbetriebe jahrelang darüber diskutierten, wie man den Fluss Klabava wieder in einen natürlichen Zustand zurückversetzen könnte, machten Biber kurzen Prozess. Sie bauten in dem künstlich angelegten Kanal einen Damm und erschufen damit auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz ein Sumpfgebiet. Darauf kann und wird wohl auch künftig Lebensraum für bedrohte Tierarten entstehen.

Folgende Top-Stories hast du diese Woche nur auf MOMENT.at gelesen.

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