- Die Gute Woche
- Posts
- Kluge Kids und ein Sieg für die Bienen
Kluge Kids und ein Sieg für die Bienen

Guten Morgen!
Die Gute Woche von MOMENT.at startet ins neue Jahr - es scheint wieder ein “interessantes” zu werden. Also werden wir auch in den kommenden 12 Monaten helfen, den Blick auf das Gute nicht zu verlieren. Wenn du findest, das könnte auch anderen gut tun, dann leite ihnen doch unseren Newsletter weiter. Sie können sich dann hier kostenlos anmelden.

Sozialministerium und AMS haben ein neues Arbeitsmarktprogramm für ältere Beschäftigte angekündigt: die „Aktion 55 Plus“. Förderungen in Höhe von 50 Millionen Euro für Betriebe und Beschäftigungsprojekte sollen 3.000 bis 6.000 arbeitslosen Menschen ab 55 dabei helfen, wieder eine Arbeit zu finden. Die Zukunft der Aktion ab 2027 ist unklar, und das Programm wird das Problem der Altersarbeitslosigkeit nicht lösen – dem Momentum Institut zufolge müsste die Regierung die Unternehmen mehr in die Pflicht nehmen, ältere Menschen einzustellen, zum Beispiel mit einer Art Ausgleichstaxe. Trotzdem ist das Programm ein Schritt in die richtige Richtung. Eine dauerhafte Beschäftigung verbessert das Wohlbefinden, wirkt sinnstiftend und fördert die gesellschaftliche Integration. Für den Staat bedeutet das weniger Ausgaben für Arbeitslosenversicherung, Schulungen und Beratungen. Eine kürzlich veröffentlichte Evaluation der 2017 beschlossenen und 2018 von der damaligen schwarz-blauen Regierung wieder eingestampften „Aktion 20.000“, bei der bis zu 100 Prozent der Lohn- und Lohnnebenkosten finanziert, bestätigt das.

Wie man gegen Desinformation in den Medien vorgeht, zeigt Finnland vor. Seit den 1990ern gehört dort Medienkompetenz, also der kritische Umgang mit Medien und Informationen, zum Lehrplan. Bereits ab drei Jahren wird finnischen Kindern beigebracht, richtigen von falschen Informationen zu trennen. Sie lernen dabei auch, welche Quellen als vertrauenswürdig gelten können. Mit Erfolg: Das Land landet beim „New Media Literacy Index“, einer vergleichenden Studie zur Medienkompetenz verschiedener Länder, regelmäßig auf den ersten Plätzen. Damit unterscheidet sich Finnland stark von anderen Ländern nahe der russischen Grenze. Durch Künstliche Intelligenz ist die Herausforderung noch einmal gewachsen - doch auch das wurde bereits in den finnischen Lehrplan mit aufgenommen.

Norwegen schreitet bei der E-Mobilität weiter voran. Im bergigen, weitläufigen Öl-Land werden seit geraumer Zeit fast nur noch E-Autos verkauft. 95,9 Prozent aller Neuwagen waren es im Jahr 2025. Verbrenner werden fast nur noch in sehr speziellen Einsatzgebieten verwendet. Geschafft hat Norwegen das mit einer Mischung aus Anreizen und Steuern. Da könnten Länder wie Deutschland (ca. 20 Prozent) und Österreich (Zahlen für 2025 fehlen, 2024 waren 17,5 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen E-Autos) noch einiges abschauen. Hier macht die Politik noch viel Symbolpolitik für die klimafeindliche und zunehmend veraltete Verbrennertechnologie.
Zum ersten Mal haben Insekten Rechte erhalten. Was kurios klingt, hat wie so oft einen ernsten Hintergrund: Stachellose Bienen aus dem Amazonas-Gebiet sind stark bedroht. Nicht nur durch die Klimakrise, Abholzung und Pestizide, sondern auch durch Konkurrenz von europäischen Bienenarten. Die wurden im 16. Jahrhundert durch europäische Kolonialist:innen nach Südamerika gebracht und überdecken seitdem die einheimischen Bienenarten auch in der öffentlichen Wahrnehmung. Forscher:innen und Aktivist:innen kämpfen erst seit einigen Jahren dafür, die stachellosen Bienen auf die internationale Liste der bedrohten Tierarten zu bringen. Zwei peruanische Provinzen haben den Insekten jetzt per Verordnung das „Recht zu existieren und zu gedeihen“ zugesprochen. Dadurch wird ihr Lebensraum geschützt, und sie erhalten rechtlichen Beistand gegen Bedrohungen.
Eine neue Studie zeigt: Fliegen muss nicht so klimaschädlich sein, wie es derzeit ist. Dazu braucht es gar keine technischen Wunder. Schon mit den Flugzeugen, die wir heute haben, könnten Fluglinien viel weniger CO₂ ausstoßen, wenn sie effizienter fliegen und klüger planen. Business- und First-Class-Sitze sind besonders klimaschädlich, weil sie viel Platz brauchen und so mehr Emissionen pro Person verursachen. Hätten Flugzeuge mehr Auslastung durch mehr Economy-Sitze, könnte der CO₂-Ausstoß pro Passagier:in deutlich sinken.

Folgende Top-Stories hast du diese Woche nur auf MOMENT.at gelesen.
Schönes Wochenende!
Das MOMENT.at-Team
Unterstütze MOMENT.at
MOMENT.at arbeitet unabhängig von Parteien, Banken und Konzernen. Damit das möglich ist, brauchen wir die Hilfe möglichst vieler Menschen. Alle Möglichkeiten, uns zu unterstützen, findest du hier. Jeder Euro macht einen Unterschied. Danke!
o